Weniger Anrufe bei der «Dargebotenen Hand»

Zum ersten Mal seit Jahren hat die Zahl der Anrufe beim Sorgentelefon «Tel 143» abgenommen. Dafür gewann die Onlineberatung an Bedeutung – vor allem bei jüngeren Leuten.

Plakat der Dargebotenen Hand

Bildlegende: Im letzten Jahr haben weniger Menschen zum Hörer gegriffen und 143 gewählt (Archivbild). Keystone

Beim Sorgentelefon von «Tel 143» klingelte es letztes Jahr 218'831 Mal – fast 600 Anrufe täglich. Dies bedeutet einen Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber 2014. In 156'775 Fällen kam es zu einem Beratungsgespräch. Die restlichen Anrufer mussten wegen besetzter Leitungen vertröstet werden.

Dank der rückläufigen Zahlen hätten die Beratenden letztes Jahr mehr Zeit für die intensiven und anforderungsreichen Gespräche gehabt, schreibt die «Dargebotene Hand».

Männer melden sich selten bei «Tel 143»

Zugenommen haben Anrufe wegen psychischen Leiden (24 Prozent) und Einsamkeit (11 Prozent). Weniger Beratungen gab es dagegen zu Beziehungsthemen. Bei 5 Prozent der Anrufe ging es um Arbeit und Ausbildung, bei 4 Prozent um Gewalt. Täglich sieben Gespräche (1,2 Prozent) drehten sich um Suizidgedanken.

Die Anrufe von Männern nahmen gegenüber 2014 um rund 6 Prozent auf gut 50'000 zu. Etwa die Hälfte aller Anrufenden sind zwischen 41- und 65-jährig. Nur rund 1 Prozent aller Gespräche wurden mit Minderjährigen geführt.

Onlineangebot wird von Jungen genutzt

Während die Telefonkontakte sanken, wuchs die Onlineberatung um 6,8 Prozent auf 4737 Chat- und Mail-Kontakte. Dabei hat sich der Anteil des Chat-Angebots an der Onlineberatung auf 57 Prozent fast verdoppelt. Wie die «Dargebotene Hand» mitteilte, seien die Nutzenden der Onlineberatung deutlich jünger als jene am Telefon.

Thematisch geht es weniger um Einsamkeit, aber etwas häufiger um Beziehungsthemen und deutlich häufiger um Suizid.