«Winnetou» Pierre Brice ist tot

Der französische Schauspieler und «Winnetou»-Darsteller starb am Samstag an den Folgen einer Lungenentzündung.

Pierre Brice sei am Samstag in einem Krankenhaus bei Paris in den Armen seiner Frau gestorben, teilten das Management und der Anwalt des 86-jährigen Schauspielers der Deutschen Presse-Agentur mit. Brice starb demnach an den Folgen einer Lungenentzündung.

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Winnetou-Darsteller ist tot

1:33 min, aus Tagesschau vom 6.6.2015

Es war die Rolle seines Lebens: In insgesamt elf Karl-May-Filmen spielte der 1929 als Pierre Louis Baron Le Bris geborene Franzose den edlen Apachenhäuptling Winnetou. Seinen ersten Auftritt hatte der Schauspieler 1962 im «Schatz im Silbersee».

Sein Filmtod löste 1965 eine Protestwelle aus, daraufhin durfte der Indianer für kurze Zeit wieder auferstehen. Die Filmreihe endete 1968. Aber auch auf der Bühne trat er für die Sache der Indianer ein.

Brice lebte seine Filmfigur auch privat

Pierre Brice hat auch privat die Ideale und Werte wie Freiheit, Menschenwürde und Toleranz seiner legendären Filmfigur vertreten. Das sei auch der Grund dafür gewesen, dass er fast 40 Jahre den berühmten Indianer gespielt habe, sagte er einmal.

Lange Zeit lebte Brice in seinem Jagdschloss in der Nähe von Paris. Doch seiner deutschen Frau zuliebe liess er sich ein Haus in Garmisch bauen. «Meine ewigen Jagdgründe liegen in Deutschland», erklärte er vor seinem Umzug im Jahr 2014.

Das sagt SRF-Ureinwohner-Kenner Thomas Accola

Die Bücher und Filme von Karl May seien in den 60er-Jahren
nur im deutschsprachigen Raum bekannt gewesen. Heute würden sich die Leute
nicht mehr via Bücher oder Filme über die Lebensumstände der Indianer
informieren, sondern vielmehr via Internet. Es gebe heutzutage zwei Bilder der
Indianer: Jenes der durch Casino-Betriebe reich gewordenen Indianer sowie jenes
der verarmten indigenen Stämme irgendwo in der Prärie. Die Karl-May-Verfilmungen
hätten den Indianern in Nordamerika jedoch in einem kleinen Ausmass geholfen.
Vor allem, als die indigenen Völker bei der UNO angeklopft hätten, um ihre
Rechte als eigenständiges Volk einzufordern. Im deutschsprachigen Raum hätten
die Befürworter leichter Unterstützer gefunden als in anderen Ländern. Auch sei
die Vorstellung des «edlen Wilden» typisch deutsch. So gebe es bis heute in
Deutschland Vereinigungen, in denen erwachsene Menschen Indianer spielten.