Zyklon «Debbie» Wirbelsturm wütet an der australischen Nordostküste

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Zyklon «Debbie» tobt in Down Under

1:22 min, aus Tagesschau am Mittag vom 28.3.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Kilometern pro Stunde hat der Wirbelsturm «Debbie» im Nordosten Australiens Schäden angerichtet.
  • Im Bundesstaat Queensland wurden Häuser demoliert und Bäume umgeknickt.
  • Etwa 45'000 Menschen sind derzeit ohne Strom.

Das genaue Ausmass der Schäden ist noch unklar. Obwohl es hunderte Notrufe gab, war es für Einsatzkräfte zu gefährlich, sich nach draussen zu wagen. «Bei Tagesanbruch werden wir die ersten Leute rausschicken, um die Schäden zu begutachten», kündigte die Premierministerin von Queensland, Annastacia Palaszczuk, an. Wegen Springfluten und starken Böen sei der Einsatz in der Nacht zu riskant.

Palaszczuk rief alle Einwohner auf, ihre derzeitige Unterkunft innerhalb der nächsten zwölf Stunden nicht zu verlassen.

Satellitenbild von Zyklon «Debbie»

Bildlegende: Der japanische Wettersatellit «Himawari 8» zeigt, wie Zyklon «Debbie» auf die australische Küste trifft. Australian Goverment, Bureau of Meteorology

Der Sturm, der zunächst auf Stufe vier der fünfstufigen Skala eingeordnet worden war, schwächte sich inzwischen ab und traf am frühen Nachmittag zwischen den Orten Bowen und Airlie Beach auf die Küste. Am späten Abend wurde der Zyklon auf die Kategorie zwei herabgestuft und soll sich später weiter abschwächen.

Schulen bleiben geschlossen

Queensland erklärte 600 Kilometer entlang der Küste zum Gefahrengebiet. Mehr als 400 Schulen und Kindergärten blieben geschlossen, ebenso zwei Flughäfen. 25'000 Menschen verliessen aus Furcht vor dem Zyklon ihre Häuser.

Die Lage in den betroffenen Gebieten des Landes «verschlimmert sich rapide», sagte Australiens Premierminister Malcolm Turnbull im Parlament. Die Regierung habe einen Katastrophenschutzplan aktiviert. Die Streitkräfte hätten eine Taskforce eingerichtet und tausende Soldaten sowie Rettungspersonal seien bereits im Einsatz oder stünden bereit.

Die massgebende Hurrikan-Skala

Die Stärke von Hurrikanen (im Pazifik Zyklonen oder Taifune) wird heute nach der 5-teiligen Saffir-Simpson-Skala angegeben. Sie richtet sich primär nach der Windstärke und der entsprechenden Fluthöhe.
Die Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala wurde Anfang der 1970er Jahre von Herbert Saffir und Bob Simpson, einem früheren Direktor des US-amerikanischen National Hurricane Center anhand von Studien über die Auswirkungen von Hurrikanen, speziell des Hurrikans Camille, entwickelt und ab 1972 vom amerikanischen National Hurricane Center offiziell eingeführt.
Die Skala verwendet zur Einordnung die Windgeschwindigkeit. Die Einteilung in fünf Kategorien, mit 1 beginnend, wurde nach der Höhe der vom Sturm erzeugten Meereswellen und dem Luftdruck im Zentrum (Auge) des Hurrikans vorgenommen.
Die Skala wurde in erster Linie für die Seefahrt entwickelt, weshalb die exakten Bereichsgrenzen in Knoten definiert sind. Die Grenze zwischen tropischem Sturm und Hurrikan (64 Knoten) entspricht der Grenze zwischen Windstärke 11 und 12 nach Beaufort. Jedoch wird die Windgeschwindigkeit in den Vereinigten Staaten traditionell in Meilen pro Stunde angegeben.

Bildlegende:Zwischen Townsville und Mackay traf der Zyklon aufs australische Festland. srf