4 Jahre nach Lucie: Aargauer Strafvollzug völlig umgebaut

Wie im aktuellen Waadtländer Mordfall Marie reagierten auch im Mordfall Lucie die Behörden falsch. Im März 2009 wurde in Baden das 16-jährige Mädchen ermordet, weil die Behörden nicht auf Warnungen aus dem Umfeld des Täters eingingen. Unterdessen hat der Kanton Aargau reagiert.

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Der Kanton Aargau hat aus dem Fall Lucie gelernt

3:22 min, aus Schweiz aktuell vom 21.5.2013

Vier Jahre nach diesem Ereignis steht der Aargauer Massnahmevollzug völlig neu aufgestellt da. Wie der Aargauer Justizdirektor Urs Hofmann (SP) gegenüber «Schweiz aktuell» von SRF erklärte, überwachen heute anstelle eines Mitarbeiters, ein interdisziplinäres Team von vier Personen die rund 60 gemeingefährlichen inhaftierten Straftäter.

Das Team besteht dabei aus einem Bewährungshelfer, einer Psychologin, einer Kriminologin und einer Juristin, welche interdisziplinär die aktuelle Gefährlichkeit regelmässig überprüfen würden. Allenfalls ordnen diese die entsprechenden Massnahmen bezüglich einer möglichen Entlassung oder Haftverlängerung an.

Skizze mit Gerichtspräsident und Angeklagtem

Bildlegende: Mordfall Lucie vor Gericht - der Kanton Aargau hat aus den Fehlern vor dem Mord gelernt. Keystone

Mehr Personal

Als weitere Konsequenz wurde im Kanton Aargau die Abteilung Massnahmevollzug in den letzten Jahren um 50 Prozent personell auf 22 Vollzeitstellen aufgestockt. Zudem wurde die Bewährungshilfe voll in die Abteilung integriert. Zuvor arbeitete diese als privatrechtliche Organisation.

Für den Aargauer Justizdirektor Urs Hofmann ist dabei eines klar: «Mit diesen Massnahmen hat sich die Sicherheit bezüglich der Beurteilungen der als gemeingefährlichen Verurteilten verbessert, aber eine hundert prozentige Sicherheit kann man in diesem Bereich auch mit diesen Verbesserungen nie ganz erreichen.»