40 Grenchner sind gegen den geplanten Windpark

Gegen den geplanten Windpark auf dem Grenchenberg wehren sich bis jetzt rund 40 Grenchnerinnen und Grenchner mit einer Sammeleinsprache. Anführer des Widerstandes ist der Verein «Pro Grenchen», welcher am Dienstagabend den Kampf gegen die Windräder offiziell eröffnet hat.

Windräder im Kanton Jura

Bildlegende: Gegner kämpfen gegen die geplante Windkraftanlage auf dem Grenchenberg. Die Anlage sei hier nicht sinnvoll, sagen sie. Keystone

Rund 16‘890 Einwohnerinnen und Einwohner hat Grenchen. Und lediglich 40 sind bis jetzt dem Verein «Pro Grenchen» beigetreten, um den geplanten Windpark zu verhindern. Das entspricht weniger als einem halben Prozent der Bevölkerung. Vereins-Sprecher Jürg Allemann bestätigt das und gibt selber zu, dass das nicht viel ist. «Das liegt an dem urbanen Charakter von Städten wie Grenchen», erklärt er. Leute würden sich bei solchen Themen ungern exponieren, meint Allemann.

Windräder stehen am falschen Ort

Windräder auf Jurakette

Bildlegende: Visualisierung des Windparks auf dem Grenchenberg. zvg

Die Ablehnung gegen das Projekt und die 6 Windräder sei aber deutlich: Der Verein habe eine wahre Flut an Mails erhalten. Auf diese Weise hätten Grenchnerinnen und Grenchen vor allem Dokumente beim Verein deponiert, die verdeutlichen, dass die Stadt solche Windräder nicht braucht.

«Wir sind nicht gegen Windräder», konkretisiert Allemann. «Man soll sie aber dort bauen, wo es Wind gibt. Und nicht dort, wo es Subventionen gibt.» Für ihn ist der Standort ungeeignet, weil zum einen zu wenig Strom produziert werden kann und zum anderen Land und Natur zu stark verschandelt werden.

Deshalb hat der Verein auf seiner Homepage die Vorlage für eine Einsprache deponiert. Diese kann nun von Gegnern des Windparks unterschrieben und an den Verein weiter geleitet werden. Mit dieser Sammeleinsprache will der Verein das Projekt stoppen. Unterschrieben haben bis jetzt rund 40 Personen. Allemann rechnet damit, dass bis zum Fristende im November rund 100 Personen unterschreiben werden.

Grössere Rotoren als geplant

Jürg Allemann.

Bildlegende: Jürg Allemann und seine Vereins-Kollegen kämpfen mit Unterschriften gegen den Windpark. ZVG

6 Windräder sind auf dem Grenchenberg geplant. Jedes wird laut «Pro Grenchen» rund 180 Meter hoch. Das ist höher als ursprünglich geplant, moniert der Verein weiter. Anfänglich habe man von einer Höhe von rund 165 Metern gesprochen.

Die Städtischen Werke Grenchen (SWG), welche hinter dem Projekt stehen, würden nun grössere Rotoren einplanen, was die gesamte Anlage vergrössere. In der öffentlichen Auflage sei nun die Rede von Rotoren mit einem Durchmesser von 122 Metern. Ursprünglich waren es 110.

Der Verein spricht von einer «Salamitaktik» und erklärt, dass die Windkraftanlage um 23 Prozent grösser ausfalle. Dies, obwohl die Rotorengrösse laut Verein von 110 auf 122 vergrössert wurde. Dies entspricht einer Steigerung von zehn Prozent. «Wenn man die Fläche der Rotoren betrachtet, welche beim Drehen entsteht, dann muss man sehr wohl von 23 Prozent sprechen», erklärt Allemann.

Anlage in Grenchen ist rund 180 Meter hoch

Bei den SWG bestätigt man die Höhe der Windkraftanlage von 180 Metern. Die Umweltverträglichkeitsprüfung, die man gemacht hat, gelte aber auch für Windkraftanlagen bis zu dieser Grösse. Insofern sei nichts vergrössert worden, was nicht auch erlaubt sei, erklärt SWG-Direktor Per Just in einer schriftlichen Erklärung.

Im Moment wird das Projekt «Windpark Grenchen» öffentlich aufgelegt. Noch bis am 10. November 2014 kann die Bevölkerung von Grenchen Einsprache machen gegen das Projekt.