9,5 Quadratmeter Privatsphäre für die Tunnelarbeiter

Seit Dienstag wird am Belchen die dritte Tunnelröhre gebohrt. Dafür sind zurzeit 100 Arbeiter im Einsatz. Die Meisten leben im Containerdorf gleich bei der Baustelle in Hägendorf. Ein Rundgang durch die Arbeitersiedlung.

Die Arbeitersiedlung liegt in Hägendorf einige Meter von der Autobahn A2 und vom Tunnelportal entfernt. Hier stehen Wohncontainer an Wohncontainer. Es sind farblose Bauten. Zweckmässig dürfte wohl die richtige Bezeichnung sein.

Die Zimmer in den Containern sind entsprechend spärlich ausgestattet. Es hat ein Bett, einen Tisch und einen Schrank. Vielmehr hat in den rund zehn Quadratmeter grossen Räumen auch nicht Platz. Eine Dusche und ein WC sucht man in den Zimmern vergebens. Diese müssen sich jeweils 14 Männer teilen.

Kein Freizeitangebot

Ein wichtiger Ort für die Tunnelarbeiter ist auch die Kantine. Dies ist der einzige wirkliche Gemeinschaftsraum. Hier werden die gemeinsamen Mahlzeiten eingenommen und nach dem Feierabend auch mal ein Bier getrunken. Andere Angebote wie etwa ein Ping Pong-Tisch oder ein «Töggeli-Kasten» fehlen.

Dies stört die Tunnelarbeiter auch nicht, hört man. Schliesslich ist die Arbeit im Berg hart, und die Arbeiter sind nach Feierabend sowieso so müde, dass sie meist gleich schlafen gehen.

So trist dies nun tönt, ist das Leben auf der Tunnelbaustelle jedoch gar nicht. Gegenüber Radio SRF sagte ein Arbeiter, dass es spezielle Menschen sind, welche diese Arbeit machen. Und diese Menschen wachsen im Verlauf der Bauarbeiten auch immer enger zusammen. Es entstehen jeweils auch langjährige Freundschaften.