A1-Zubringer Lenzburg weniger umstritten als Umfahrung Mellingen

Gegen die 75 Millionen Franken teure Verkehrsentflechtung im Gebiet Neuhof nördlich von Lenzburg sind bei der öffentlichen Auflage elf Einsprachen eingegangen. Sie betreffen zum Beispiel die Busführung. Die Hauptelemente seien aber unbestritten, freut sich der Kanton.

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Bildlegende: Die Kreuzung beim neuen Hero-Gebäude Lenzburg ist vielen Autofahrern bekannt. Ein Tunnel soll die Staus hier reduzieren. Kanton Aargau/Keystone

Das Projekt wurde vom Aargauer Stimmvolk im März 2013 deutlich bewilligt. Vom 2. Juni bis 1. Juli 2014 lag es nun öffentlich auf. Total sind elf Einsprachen gegen das Bauprojekt «Autobahnzubringer Lenzburg» eingegangen. Acht Einsprachen kritisieren die Verlegung der Buslinie 393 auf die Othmarsingerstrasse, eine Quartierstrasse. Die Einsprecher fordern, dass diese Buslinie weiterhin über die Hauptstrasse (Hendschikerstrasse) und den Knoten Neuhof geführt wird.

In zwei Einwendungen wird eine kreuzungsfreie Rad- und Fusswegverbindung vom Kreisel Gexi nach Lenzburg gefordert, wie das aargauische Baudepartement am Montag mitteilte. Ein Einsprecher ist mit dem vorgesehenen Landerwerb und den Beeinträchtigungen auf seinen Parzellen nicht einverstanden.

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Bildlegende: Das Strassenprojekt in Lenzburg kostet total 75 Millionen Franken, Kernstück ist ein Tunnel für 52 Millionen Franken. Kanton Aargau/Keystone

Man wolle nun mit allen Einsprechern eine Kompromisslösung finden, erklärte Marius Büttiker, Projektleiter beim Aargauer Baudepartement, auf Anfrage von Radio SRF. Büttiker ist zuversichtlich, dass man wie geplant mit dem Bau des Grossprojekts starten kann.

Eine Verzögerung wie bei der Umfahrung Mellingen erwartet Büttiker nicht. «Wir haben das Gefühl, dass wir schneller voran kommen. Wir wollen alles versuchen, damit wir uns mit den Einsprechern einigen können. Wenn alles ideal läuft, dann können wir 2016 mit den Bauarbeiten starten», so Büttiker weiter. Die Bauzeit wird rund dreieinhalb Jahre dauern.

Besserer Verkehrsfluss zwischen Bünztal und Autobahn A1

Kernpunkt des Projekts ist ein 52 Millionen Franken teurer Tunnel, der die heute 22'000 Fahrzeuge der Achse zwischen der A1 und dem Bünztal kreuzungs- und signalfrei durch das Gebiet Neuhof lotsen wird. Auch für die restlichen 5000 Fahrzeuge, welche die Verzweigung Neuhof heute befahren, wird der Weg von und zur A1 künftig reibungsloser.

Rückstaus sollen dank A1-Zubringer bald Geschichte sein

Die von einer Lichtsignalanlage geregelte Kreuzung sorgt heute in Stosszeiten regelmässig zu langen Rückstaus bis auf die A1 bzw. ins Bünztal. Im Rahmen der Sanierung wird auch der unfallträchtige Knoten Lindfeld, der genau zwischen dem A1-Anschluss und dem Knoten Neufeld liegt, entschärft.