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Aargau Solothurn Aarau-Zürich direkt: SBB plant Riesentunnel durch das Reusstal

SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) lassen die Pläne für den Bau des Chestenberg-Tunnels bei Lenzburg fallen. Stattdessen soll die Kapazität des Bahnverkehrs zwischen Zürich und Aarau mit einer direkten Linienführung erhöht werden – ein Riesenprojekt.

Legende: Video «SBB plant Tunnel quer durch das Reusstal» abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.03.2016.

Kernpunkt einer direkten Streckenführung zwischen Zürich-Altstetten und Aarau wäre ein rund 30 Kilometer langer Tunnel zur Querung des Reusstals. Diese Variante schneide betrieblich und wirtschaftlich besser ab, als der Chestenberg-Tunnel, teilten BAV und SBB am Dienstag mit.

In einem nächsten Schritt wird die SBB im Auftrag des BAV die genaue Linienführung, die bauliche Machbarkeit und die Kosten dieser neuen Variante abklären. Die betroffenen Kantone Aargau und Zürich wurden über den Entscheid informiert.

Kartenausschnitt mit eingezeichneten Linienführungen
Legende: Die bisher geplante Linienführung (oben) entfällt zu Gunsten einer Neubaustrecke durch das Reusstal (unten). zvg/Swisstopo/Bundesamt für Verkehr , Link öffnet in einem neuen Fenster

Neue Variante seit 2011 in Diskussion

Der Entscheid gegen den Chestenberg-Tunnel ist das Ergebnis einer 2011 beschlossenen nochmaligen Prüfung. Damals beschloss das BAV, dass gestützt auf eine Zweitmeinung der ETH Zürich auch andere Varianten miteinbezogen werden. Die ETH stellte dabei als Alternative eine direkte Neubaustrecke zur Diskussion.

Gegen die Variante mit Chestenberg- und anschliessendem Honeret-Tunnel sprach auch, dass für den Anschluss im Raum Gruemet ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung gequert werden müsste. Weiter zeigte sich, dass der Chestenberg-Tunnel den Raum Lenzburg nicht wie erhofft vom Güterverkehr entlasten könnte.

Zeitpunkt der Realisierung noch unbestimmt

Wann die neue SBB-Strecke gebaut und in Betrieb genommen werden kann, steht noch nicht fest. Der Entscheid wird im Rahmen der ordentlichen Planung des Bahninfrastruktur-Ausbaus gefällt. Das Parlament legt jeweils alle vier bis fünf Jahre die nächsten Ausbauschritte fest.

Davor soll die Kapazität auf der Strecke zwischen Aarau und Zürich mit kleineren Massnahmen ausgebaut werden. Zuerst werden eine Verbindungslinie zwischen Birr und Mägenwil sowie eine Erweiterung des Bahnhofs Mägenwil realisiert. Diese Ausbauten erlauben die Einführung des Halbstundentakts für die S-Bahn, ohne dass dabei der Güterverkehr verdrängt wird.

Das Projekt, wie es nun vorgeschlagen wird, würde eine dritte Bahnstrecke zwischen Zürich und dem Mittelland schaffen. Bis 1975 lief der Bahnverkehr auf der Ost-West-Achse einzig über die Stammlinie Zürich-Baden-Brugg-Aarau.

Nach der Eröffnung des Heitersbergtunnels verkürzte sich die Fahrzeit zwischen Zürich und Bern – auch dank weiterer Bauwerke wie dem Grauholztunnel bei Bern – um vorerst 20 Minuten.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Es erstaunt immer wieder, dass ausgerechnet jene Kreise (Ideologen), die der laufenden Zunahme der Bevölkerungsdichte nie etwas entgegenhalten wollen, sofort aufbegehren! Solange wir gegen eine baldige 10'000'000-Gesellschaft-Schweiz zusteuern, braucht es immer mehr öV-Infrastrukturen! Das schweizerische Schienennetz wird schlussendlich zu einer reinen U-BAHN (fast alles im Boden verlocht!).Immer mehr Wirtschaft, immer mehr Leute, immer mehr Strassen und immer mehr Bahntrassen! Wie lange noch?
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Ich als Bahnkunde möchte aber eigentlich nicht ausschliesslich durch irgendwelche Löcher fahren, sondern auch rausschauen. Damit unsere Infrastruktur nicht aufgrund der Überbevölkerung kollabiert, treibt man es immer bunter. Das ist krank.
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  • Kommentar von Daniel Schiebler (davsch3)
    Die Schweiz, will das Land mit den meisten Tunnels, werden. Unbedingt, Firma eröffnen, die mit Tunnelbau-Sanierungen, zu tun haben. Zahlen tut ja der Steuerzahler. Oder ja ich jetzt, den Tunnelblick?
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