Aargau und Solothurn wappnen sich für Krieg und Katastrophen

Das Kernkraftwerk Gösgen steht im Zentrum einer grossen Notfallschutzübung von Bund und Ensi, und die Territorialregion 2 übt erstmals in einer Volltruppenübung den Schutz von «kritischer Infrastruktur». Zwischen dem 15. und 25. September ist die Armee mit vielen Soldaten in der Region sichtbar.

5'000 Soldaten sind vom 16. bis zum 25. September unter anderem in der Region Aargau/Solothurn unterwegs. Sie gehören zur Territorialregion 2, welcher neben den Kantonen Aargau und Solothurn fünf weitere Kantone angehören.

Nicht nur die Armee übt den Ernstfall

In dieser ersten Volltruppenübung überhaupt gehe es darum, die Zusammenarbeit von Armee und Gemeinden, Armee und Polizei zu üben, sagt Oberstleutnant Denny Jenny. Und um den Schutz von kritischer Infrastruktur, wie Autobahnknoten, Atomkraftwerken oder Spitäler.

«  In Boningen werden wir eine Brücke über die Aare bauen, und in Neuendorf einen Brand bei der Migros Verteilzentrale simulieren.  »

Denny Jenni
Oberstleutnant und Chef Medien beim Territorialregiment 2

Hubschrauber über Kühlturm von AKW.

Bildlegende: Mit dem Hubschrauber aber auch zu Fuss wird die Radioaktivität gemessen. Keystone

Einen Tag vorher, am 15. September, beginnt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz den Ernstfall beim Atomkraftwerk Gösgen zu üben. Diese Gesamtnotfallübungen werden abgekürzt «Gnu» genannt und finden alle zwei Jahre bei einem andern AKW statt.

Auch hier geht es um die Zusammenarbeit der Armee mit anderen Organisationen, in diesem Fall der Notfallorganisation des Atomkraftwerkes.

In erster Linie ist «GNU» eine Stabsübung, von der die Bevölkerung nicht viel mitbekommen wird. Aber nebst den Radioaktivitätsmessungen wird die Übung unter anderem auch mit Flügen von Super-Puma Helikoptern sichtbar sein.

«  In Balsthal wird eine Beratungsstelle für Radioaktivität aufgebaut. Dort wird durchgespielt, wie sich Betroffene im Ernstfall Radioaktivitätsmessungen unterziehen können.  »

Kurt Münger
Chef Kommunikation Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Diese braucht es im Ernstfall für den Materialtransport. Und: Fachleute werden mit Messgeräten und in Schutzanzügen in der Umgebung des Atomkraftwerkes unterwegs sein. Die Übung dauert zwei Tage und endet am 16. September.