Aargauer Bezirkslehrer prüfen Klage gegen Regierung

Ab dem Schuljahr 2015/16 sollen Aargauer Bezirksschullehrer und -lehrerinnen pro Woche 28 statt wie bisher 27 Lektionen unterrichten. Die Regierung hat diese Erhöhung des Pensums aus Spargründen beschlossen. Nun wollen die Lehrer eine Klage dagegen einreichen.

Der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband ALV arbeitet zusammen mit dem Bezirkslehrerverband und vier Bezirkslehrern eine Klage gegen die Pensenerhöhung für Bezirkslehrer aus. Diese soll Mitte Juni eingereicht werden.

28 statt 27 Lektionen für Bezirksschullehrerinnen und -lehrer - das ist für den ALV nicht akzeptabel. «Es gibt keinen Grund für die Erhöhung der Arbeitszeit», ist Geschäftsführer Manfred Dubach überzeugt.

Lehrer arbeiten bereits jetzt zu viel

Lehrpersonen müssten laut den Regelungen im Aargau gleich lange arbeiten, wie Verwaltungsangestellte, 1950 Stunden im Jahr, erklärt Dubach. Und bereits 2008 habe eine Umfrage ergeben, dass Lehrpersonen deutlich über 2000 Stunden arbeiteten.

Lehrer mit Schülerinnen beim Unterricht

Bildlegende: Die Aargauer Bezirksschullehrer prüfen eine Klage gegen die Regierung. Sie stören sich an einer Erhöhung der Pensen. Keystone

Die Pensenerhöhung könnte laut ALV auch noch auf eine andere Art umgesetzt werden, als über eine längere Arbeitszeit. Mit einer neuen Verteilung: Heute stehen Lehrerinnen und Lehrern 15 Prozent ihrer Arbeitszeit für Weiterbildung, gemeinsame Arbeit in der Schule oder für Arbeit mit Eltern und Kindern zu.

Jammern oder echtes Problem?

Mehr Lektionen würde zu Lasten dieser 15 Prozent gehen, bedauert Manfred Dubach vom ALV. Dies sei auch keine Lösung. Er verstehe das Anliegen der Lehrer nicht als Jammern: «Wir finden keine Lehrpersonen mehr. Es läuft etwas falsch.»