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Aargau Solothurn Aargauer gehen immer später ins Altersheim

Wer im Aargau in ein Alters- oder Pflegeheim eintritt, ist im Durchschnitt 80,7 Jahre alt. 2006 lag das Eintrittsalter noch um ein Jahr tiefer. Das geht aus der kantonalen Statistik der Sozialmedizinischen Institutionen hervor. Die Gesamtkosten für Pflege und Unterstützung im Kanton steigen.

Senioren im Rollstuhl mit dem Rücken zur Kamera.
Legende: Die grösste Altersgruppe in den Aargauer Altes- und Pflegheimen sind auch weiterhin die 85- bis 89-Jährigen. Keystone

Während das Eintrittsalter in die Alters- und Pflegheime gemäss der neusten Zahlen also ein Jahr höher ist als noch 2006, veränderte sich die Rangfolge der Altersgruppen kaum: Die 85- bis 89-Jährigen sind weiterhin die grösste Altersgruppe, die 65- bis 69-Jährigen die kleinste Gruppe.

Neu sind die 90- bis 94-jährigen die zweitgrösste Gruppe und nicht mehr die 80- bis 84-jährigen, wie die am Donnerstag veröffentlichte Statistik weiter aufzeigt.

Steigende Betreuungskosten

Ein Tag in einem Aargauer Pflegeheim kostete 2014 im Durchschnitt 265 Franken und damit 41 Prozent mehr als 2006. Vor allem die Kosten für Betreuung und Pension stiegen stark. Die Betreuungskosten nahmen von 26 auf 44 Franken zu. Das ist eine Steigerung von 63 Prozent. Die Pensionskosten erhöhten sich von 77 auf 114 Franken (48 Prozent). Demgegenüber nahmen die durchschnittlichen Pflegekosten um 26,6 Prozent zu: Sie stiegen von 79 auf 100 Franken.

Die Leistungen der Alters- und Pflegeheime wurden 2014 knapp zur Hälfte über die Pensionstaxen finanziert. Diese Summe beträgt 260 Millionen Franken. Die Pflegetaxen machten 34,9 Prozent der Erträge (199 Millionen) Franken aus. Gut die Hälfte davon bezahlten die Versicherer (112 Millionen), und die Gemeinden steuerten mit 50 Millionen Franken einen Viertel bei.

Die Bewohner bezahlten 18,5 Prozent oder 37 Millionen Franken. Knapp 68 Prozent oder 386 Millionen Franken der Gesamtkosten finanzierten die Bewohner über die Pensions- und Betreuungstaxen sowie über einen Anteil der Pflegetaxen.

Ausgaben bei der Spitex steigen

Die Anbieter der Spitalexternen Krankenpflege (Spitex) finanzierten sich 2014 zu 64 Prozent durch Einnahmen aus den erbrachten Leistungen.

Der Anteil entspricht 67 Millionen Franken. Von den verbleibenden 36 Prozent der Kosten übernahm die öffentliche Hand mit 85 Prozent den grössten Anteil. Seit 2013 müssen sich im Aargau an die Patientinnen und Patienten an den Kosten beteiligen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Ob diese enorme prozentuale Kostensteigerungen in der Alterspflege realistisch und sachlich zu begründen ist, bezweifle ich sehr.Innert 8 (!) Jahren 41% (!) mehr, das könnte sich ein Unternehmen oder Arbeiter nie vorstellen und realisieren! Dazu kommt, dass in 30 Jahren sehr viel mehr Bewohner(innen) in den Heimen leben werden, die praktisch keine Eigenmittel besitzen (ich lebe heute-Mentalität!) und somit die hohen Kosten zu Lasten der Gemeinden (Allgemeinheit) anfallen!
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Schon merkwürdig: Ueberall und zu jedem politischen Thema lauern die linken Hass-Schreiber, ob sie einem "Andersdenkenden" wieder die "Leviten" verlesen könnten. Hier, zu einem (vorallem bei den nächsten Generationen) sehr wichtigen Sachgeschäft, bleiben die Schreibtischtäter ruhig, wie ein Grab! Politische Arbeit besteht nicht aus dem Verunglimpfen von Parteien und deren Politiker(innen), sondern das Antreten, gegen Probleme in der gesellschaftlichen Entwicklung im Land!
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