Aargauer Glocke kehrt nach 644 Jahren zu ihren Machern zurück

Im Jahre 1367 installierten Glockenbauer aus dem Aargau in der Freiburger Kathedrale Sankt Nikolaus eine Glocke. Heute, 644 Jahre später, hat die Aarauer Firma Rüetschi diese Glocke restauriert und wieder an ihren angestammten Platz gebracht.

René Spielmann, Geschäftsführer der Rüetschi AG in Aarau, steht der neu renovierten Glocke in der Freiburger Kathedrale Sankt Nikolaus.

Bildlegende: René Spielmann, Geschäftsführer der Rüetschi AG in Aarau, neben der neu renovierten Glocke in der Freiburger Kathedrale. ZVG

Sie kam aus dem Aargau, und wurde wieder in den Aargau zurück gebracht: Die 644 Jahre alte Glocke aus der Freiburger Kathedrale Sankt Nikolaus. Im 14. Jahrhundert haben Aargauer Glockenbauer - also die heutige Rüetschi Glockengiesserei - diese sogenannte Barbaraglocke gegossen und gebaut. Danach diente sie im Glockenspiel zusammen mit zehn weiteren Glocken.

Glocke ist bereit für weitere 200 bis 300 Jahre

Mehrere Jahrhunderte später haben die Mitarbeiter der Rüetschi AG «ihre» Glocke zurück nach Aarau geholt und aufwändig restauriert. Um sie wieder funktionstüchtig zu machen, musste sie zuerst digital vermessen und geprüft werden.

Nun erstrahlt sie in neuem Glanz, erklärt René Spielmann, Geschäftsführer der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau: « Ab jetzt wird sie weitere 200 bis 300 Jahre funktionieren.» Es ist die älteste Glocke im ganzen Turm der Kathedrale. Sie ist älter als der Turm selber.

Besonderes Erlebnis

Die Restauration sowie das Zurückbringen der Glocke an ihren Wirkungsort sei immer etwas Besonderes, erzählt René Spielmann, Geschäftsführer der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau. Bei dieser Glocke ist es noch ein bisschen spezieller: «Das ist ein riesiges Erlebnis und ein sehr bewegender Moment.»

Fünf Mitarbeiter der Rüetschi Glockengiesserei haben an der Restauration gearbeitet. Um das ganze Glockengeläut in der Freiburger Kathedrale zu restaurieren waren insgesamt acht Jahre nötig.