Aargauer Jugendanwaltschaft streicht Stellen

Die Zahlen der letzten Jahre sprechen eine deutliche Sprache: Aargauer Jugendliche geraten weniger häufig in Konflikt mit dem Gesetz. Dies kann nun auch die Steuerzahler freuen. Die Jugendanwaltschaft kann drei Vollzeitstellen streichen.

Die Aargauer Kantonspolizei hat 2010 noch fast 1000 Täter erwischt, die nicht volljährig waren. Im vergangen Jahr waren es noch knapp über 700. Dies sind weniger Fälle als die Kantonsbehörden erwartet hatten. Die Aargauer Regierung reagiert nun und streicht im Rahmen des aktuellen Sparprogrammes 300 Stellenprozente bei der Jugendanwaltschaft.

Polizist führt einen Jugendlichen in Handschellen zum Gerichtsgebäude

Bildlegende: Im Aargau gibt es weniger straffällige Jugendliche, deshalb streicht die Jugendanwaltschaft nun Stellen (Symbolbild). Keystone

«Offenbar zeigen die Massnahmen, welche man in den vergangen Jahren eingeleitet hat, nun Wirkung», sagt Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Die Aargauer Kantonspolizei und auch die Regionalpolizei haben spezielle Polizisten ausgebildet um die Jugendkriminalität zu bekämpfen. Zudem patrouillieren spezielle Teams an den Wochenenden. Diese sollen bei Übergriffen schnell die Täter ermitteln.

Auch andere Kantone spüren die Entwicklung

Auch andere Kantone haben vermehrt Massnahmen gegen Jugendkriminalität ergriffen. Im Kanton Solothurn sind die Polizisten häufiger auf der Gasse präsent, erklärt Barbara Altermatt, Leitende Jugendanwältin des Kantons. Dies nützt offenbar. Seit 2008 hat die Jugendkriminalität im Kanton Solothurn konstant abgenommen. Die Jugendanwaltschaft hat deshalb Stellen nicht mehr besetzt.

Die Abnahme der Jugendkriminalität hat auch noch einen anderen positiven Effekt. Weil die Zahl der Fälle abnimmt, können sich die drei Sozialarbeiter der Solothurner Jugendanwaltschaft besser um die verbliebenen problematischen Jugendlichen kümmern.