Aargauer Parteien schauen voraus auf das Wahlkampfjahr 2016

Während die einen nach den Nationalratswahlen noch Wunden lecken, stehen andere praktisch schon in den Startlöchern für das wichtige Wahljahr 2016. Wird sich der grosse Rechtsrutsch auf der Kantonsebene im Aargau wiederholen?

Wappen des Aargau am Grossratsgebäude in Aarau

Bildlegende: Die Grossrats- und Regierungsratswahlen vom 23. Oktober 2016 werfen im Aargau schon ihre Schatten voraus. SRF

Wie starten die Aargauer Parteien ins grosse Wahljahr 2016? Welche Ziele und Strategien verfolgen sie? Hier eine erste kleine Auslegeordnung:

SVP Aargau

  • Sie legte beim Nationalrat von 34,7 auf 38 Prozent zu. Präsident Thomas Burgherr will den Wähleranteil bei den Grossratswahlen sogar noch steigern. Und das würde heissen, dass er einen Anteil von 40 Prozent anpeilt. Bei den Regierungsratswahlen beansprucht die SVP einen zweiten Sitz. Thomas Burgherr: «Wir werden die grüne Regierungsrätin Susanne Hochuli angreifen, sofern sie noch einmal kandidiert.» Bildungsdirektor Alex Hürzeler tritt wohl noch einmal an. Sollte das Finanzdepartement frei werden, weil Roland Brogli nicht mehr antritt, könnte ein Wechsel des Departements für die SVP eine Option sein.

FDP Aargau

  • Sie spürt viel Rückenwind. Präsident Matthias Jauslin: «Alle sind top motiviert.» Der Grund: Die FDP legte bei den Nationalratswahlen um fast einen Drittel zu. 2016 will sie bei den Grossratswahlen einen Wähleranteil von gegen 20 Prozent holen. In der Regierung sieht sie keinen Handlungsbedarf. Ihr Regierungsrat Stephan Attiger (Bau und Umwelt) tritt wieder an und behält wohl sein Departement.

CVP Aargau

  • Die Partei ist im Tief. Wie schon 2011 verlor sie in den Nationalratswahlen 2015 fast einen Fünftel der Wählerschaft. Ziele für 2016 gibt sie momentan nicht bekannt. Zuerst muss sie wohl einen Präsidentenwechsel verkraften. In der Regierung zeichnet sich ein Rücktritt von Finanzdirektor Roland Brogli ab. Potenzieller Kandidat für die Nachfolge könnte Markus Dieth (Gemeindeammann von Wettingen, Grossratspräsident 2015) sein.

SP Aargau

  • «Wir treten an, um zu gewinnen. So etwas wie bei den nationalen Wahlen darf sich nicht wiederholen», sagt Cédric Wermuth, Co-Präsident der SP Aargau. Die Partei tauchte von 18 auf 16 Prozent und verlor einen Sitz im Nationalrat. Bei den Grossratswahlen 2016 wird die SP froh sein müssen, wenn sie ihren Wähleranteil von 15,2 Prozent halten kann. Die FDP wieder von Platz 2 (hinter der SVP) zu verdrängen, dürfte schwierig sein. Regierungsrat Urs Hofmann dürfte wieder antreten. Fasst die SP dann das Schlüsseldepartement Finanzen ins Auge?

Grüne Aargau

  • Der Angriff der SVP auf ihre Regierungsrätin lässt Parteipräsident Jonas Fricker kalt. «Susanne Hochuli ist vom Volk gewählt. Sie macht einen guten Job und wird sicher wieder gewählt, wenn sie antritt.» Bei den Grossratswahlen will Fricker nicht nur den Wähleranteil von 2012 von 7,4 Prozent halten, sondern sogar steigern. Bei den Nationalratswahlen holten die Grünen 5,5 Prozent. Grossratswahlen hätten aber eigene Gesetze, sie liessen sich nicht mit den Nationalratswahlen vergleichen, betont Fricker. Die Grünen müssen sich spätestens im Frühling einen neuen Präsidenten oder eine Präsidentin suchen. Jonas Fricker will das Präsidium abgeben, da er in den Nationalrat gewählt worden ist und keine Ämter kumulieren will.
    Tritt die grüne Regierungsrätin Susanne Hochuli (Departement Gesundheit und Soziales) wieder an? Wenn ja, strebt sie einen Wechsel des Departements an? Oder hat sie genug vom Regieren und macht etwas völlig Neues? Hört sie vielleicht auf, weil sie Angst hat vor einer Abwahl? Alles ist möglich, ein Entscheid, nicht mehr anzutreten, würde aber nicht überraschen.