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Aargau Solothurn Alpiq baut weiter um und macht grösseren Verlust

Der Oltner Energiekonzern Alpiq fokussiert noch stärker auf sein Kerngeschäft, vereinfacht die Organisation und spart noch einmal mehr als 100 Millionen Franken pro Jahr. Dazu muss der Konzern über eine Milliarde abschreiben. Das Jahresergebnis werde noch schlechter.

Die neuen Massnahmen führen zu Wertberichtigungen von rund 1,4 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte. Das belaste den Jahresabschluss und führe zu einem deutlichen Verlust, hiess es.

Ein Mann mit Regenschirm läuft an einem Hauseingang eines Alpiq-Gebäudes vorbei.
Legende: Der Oltner Stromkonzern Alpiq steht weiter im Regen: Nun soll noch mehr Geld gespart werden. Keystone

Mediensprecher Martin Stutz konnte am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda den Verlust noch nicht beziffern.

Die zusätzlichen Massnahmen seien nötig, obwohl Alpiq in den letzten Wochen und Monaten viele Tochterfirmen verkauft habe und damit seine Schulden bereits reduzieren konnte.

Grund seien die anhaltend schwierigen Markt- und Rahmenbedingungen sowie die tiefgreifenden Veränderungen der europäischen Energielandschaft.

Arbeitsplatzverlust nicht bezifferbar

Alpiq will seine Organisation weiter vereinfachen. Dabei plant Alpiq weitere jährliche Kosteneinsparungen von mehr als 100 Millionen Franken. Welche Konsequenzen diese Massnahmen für die Arbeitsplätze haben, konnte Stutz nicht sagen. Einen weiteren Stellenabbau schloss er nicht aus.

Auch die Standort-Frage könnte gestellt werden. Alpiq ist heute in Olten mit etwa 400 Arbeitsplätzen vertreten, in Lausanne mit rund 200.

Mediensprecher Martin Stutz erklärte gegenüber Schweizer Radio und Fernsehen: «Wir reorganisieren in erster Linie die Firmenstruktur entlang der Wertschöpfungskette, das hat nicht zwingend mit Standortfragen zu tun.»

Stutz schloss auf Nachfrage aber auch nicht aus, dass ein Standort geschlossen werden könnte. Ein Entscheid falle erst 2013. Im Moment ist Alpiq durch den Fusionsvertrag der Vorgängerfirmen Atel und EOS noch an den Standort Olten gebunden.

Arg im Gegenwind

Alpiq hatte vor Wochenfrist bereits weitere drastische Schritte angekündigt. Diese konkretisierten sich nun etwas. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz des Konzerns um gut 5 Prozent, während der Reingewinn vor Sondereinflüssen um 20 Prozent einbrach.

Ein im November 2011 lanciertes Restrukturierungsprogramm umfasste bis anhin die Streichung von 450 Stellen, 170 davon in der Schweiz. Durch den Verkauf des Anlagetechnikgeschäfts reduzierte sich die Belegschaft dann nochmals auf rund 8000 Mitarbeitende.

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