Asylunterkunft Zofingen: Stadt und Kanton sind zufrieden

Seit gut einer Woche ist sie offen, die grösste Asylunterkunft des Kantons Aargau in Zofingen. Die Verantwortlichen haben eine erste Bilanz gezogen. Sie sind zufrieden.

Die grösste Asylunterkunft des Kantons Aargau hat ihren Betrieb in Zofingen aufgenommen. Seit rund einer Woche leben die ersten 60 Asylbewerber im ehemaligen Pflegezentrum des Spitals Zofingen. Von den 60 Personen sind 48 syrische Staatsangehörige.

«  Mir gefällt es sehr gut in der Asylunterkunft Zofingen. Ich lerne jeden Tag zwei Stunden Deutsch, den Rest des Tages kümmere ich mich um meine Kinder, putze und koche. »

Meriam Khalil
Syrische Bewohnerin der Zofinger Asylunterkunft

Die weiteren Personen stammen aus Eritrea und anderen Staaten. Es handelt sich mehrheitlich um Familien. Bis im Frühling sollen alle 170 Plätze belegt sein. Alles laufe bislang wie geplant, führten Vertreter des kantonalen Departements Gesundheit und Soziales (DGS) am Donnerstag vor den Medien in der Unterkunft aus.

Die Asylsuchenden leben in den Räumen des ehemaligen Pflegezentrums. In den Zimmern stehen mehrere einfache Kajütenbetten, ein Tisch, Schränke und ein Kühlschrank. Die grösseren Zimmer verfügen über einen Raum mit eigener Toilette. Die Asylsuchen bereiten ihr Essen in Gemeinschaftsküchen selbst vor.

«  Momentan spiele ich den ganzen Tag. Im neuen Jahr gehe ich dann aber in die Schule, ich freue mich aufs Lesen. »

Kamal
12-jähriger Asylsuchender aus Syrien

Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger (parteilos) sagte, der Kanton habe bislang alle Abmachungen mit der Stadt eingehalten. Zofingen stellte sich von Beginn an positiv zu den Plänen und erklärte sich bereit, mit dem Kanton zusammenzuarbeiten.
«Es geht nur im Verbund Kanton und Gemeinden», sagte DGS-Generalsekretär Stephan Campi. Im Fall von Zofingen sei das «beispielhafte Vorgehen mustergültig».

Auch bei der Bevölkerung stösst die Unterkunft trotz allgemeiner Bedenken und Einwänden auf weitgehendes Verständnis, wie eine Informationsveranstaltung der Behörden Mitte November aufzeigte. Hottiger sagte, er habe jedoch schriftliche Reaktionen von Bürgern erhalten. Darin seien «undefinierte Ängste und Bedenken» geäussert worden.

Eigene Klassen für schulpflichtige Kinder

In der Unterkunft leben auf Wunsch der Stadt vor allem asylsuchende Familien und Kinder. Mit den rund 30 bis 50 schulpflichtigen Kindern sollen eigene Integrationsklassen gebildet werden.

Die ersten 18 schulpflichtigen Kinder werden ab Januar eine Klasse, getrennt von der örtlichen Volksschule, besuchen. Zwei zusätzlichen Lehrkräfte sind angestellt. Der Kanton bezahlt die Löhne.

Unterkunft für höchstens zwei Jahre

Die grösste Asylunterkunft des Kantons soll mindestens ein Jahr lang betrieben werden. So lange dauert der Mietvertrag, den der Kantonale Sozialdienst (KSD) mit dem Spital Zofingen abschloss. Es besteht die Option, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Die Stadt machte ihre Kooperation davon abhängig, dass die Unterkunft nicht länger als zwei Jahre betrieben wird.

Gemäss Behördenangaben bestehen in den 66 kantonalen Unterkünften derzeit 1860 Plätze. Diese sind zu 97 Prozent belegt. Im Aargau leben 2654 Asylsuchende.