Asylzentrum Schachen: So profitieren die Sozialregionen

Bis zu 250 Asylsuchende sollen möglichst bald im Schachen leben. Der Widerstand in den betroffenen Gemeinden Deitingen und Flumental ist gross. Aber die übrigen 17 Gemeinden der entsprechenden Sozialregionen werden entlastet: sie müssen selber keine neuen Asylsuchende mehr aufnehmen.

Asylzentrum

Bildlegende: Von einer Asylunterkunft profitieren die Gemeinden in den Sozialregionen der Standortgemeinden. Keystone

In Deitingen und Flumental ärgert sich eine Mehrheit der Bevölkerung über die Solothurner Regierung. Das geplante Asylzentrum im Schachen mit bis zu 250 Plätzen macht den betroffenen Gemeinden keine Freude.

Allerdings nützt der Widerstand nichts. Der Kanton kann bauen, das Land gehört ihm. Mitsprache gibt es nur bei den Rahmenbedingungen. Aber: was Deitingen und Flumental ärgert - freut die anderen Gemeinden in der Region. Sie werden dank des Zentrums entlastet.

Kompensation als «Zückerli»

Flumental und Deitingen gehören zu den Sozialregionen mittlerer und unterer Leberberg und Wasseramt Ost. Eine Regel, die der Kanton bereits seit längerem praktiziert heisst: Asylplätze können innerhalb der Sozialregionen kompensiert werden. Richtet der Kanton ein Zentrum ein, wird die Sozialregion um die Hälfte dieser Plätze entlastet.

Das heisst konkret: wenn im Schachen dereinst 180 Asylsuchende leben, müssen die 17 weiteren Gemeinden der beiden Sozialregionen 90 Asylsuchende weniger aufnehmen. In diesem Fall wäre der Saldo dank des Zentrums sicher erfüllt - die Gemeinden müssen gar keine neuen Leute mehr aufnehmen.

Eine ähnliche Kompensation ist laut Angaben des Kantons auch denkbar, wenn der Schachen wie angedacht ein Bundeszentrum wird, da der Bund Standortkantone von Bundeszentren, Zitat «spürbar» entlaste.