Auch 2016 gibt es nur einen aargauischen Musiktag

Das Ziel des Aargauischen Musikverbandes ist klar: Pro Jahr soll es im Kanton drei Musiktage geben. Die Zielerreichung ist allerdings schwierig: Schon im laufenden Jahr wird nur einer zu Stande kommen, und auch im nächsten Jahr werden es nicht mehr sein.

Von 4. bis 7. Juni findet in Lengnau der erste und auch einzige aargauische Musiktag 2015 statt. Der Aargauische Musikverband hat keine weiteren Vereine gefunden, die den Anlass organisieren wollen. Dass es heuer nur einen Musiktag gibt, führt dazu, dass diese einzige Ausgabe überrannt wird von Musikvereinen und Musikfans.

Auch 2016 wird es nur einen Musiktag geben – und zwar in Hausen. Das sagt Kurt Obrist, Präsident des Kantonalverbandes, gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Regionaljournal: Kurt Obrist, weshalb wollte der Aargauische Musikverband erneut drei Musiktage vergeben 2016, wenn es doch schon dieses Jahr misslang?

Es ist unser erklärtes Ziel, pro Kalenderjahr drei Musiktage und einen Jugendmusiktag im Aargau auf die Beine zu stellen. Früher fanden pro Jahr acht Musiktage statt, dann reduzierte man sie auf vier, und nun sind wir bei drei. Es ist erstaunlich, dass wir 2015 und 2016 keine drei Organisatoren gefunden haben.

Weshalb erstaunt Sie das?

Ich mag mich noch gut erinnern, wie es früher war. Früher kämpften die Vereine quasi um die Durchführung des Anlasses, es gab damals zu viele Bewerber. Es gab ein Punktesystem. Punkte erhielten die Vereine für jede Teilnahme an einem Musikfest. Ich habe selber einmal erlebt, als Präsident eines Musikvereines, dass man uns ablehnte, weil wir eben zu wenig Punkte gesammelt hatten.

Ist der Aufwand diesen Anlass zu organisieren, zu gross geworden für die Musikvereine?

Der Aufwand ist sicher ein Punkt. Ich denke, die Vereine haben aber vor allem Angst um das Finanzielle.

Heisst das, dass die Musiktage häufig zu einem Minus in der Vereinskasse führen?

Nein, das wollte ich damit nicht sagen. Eigentlich schlossen alle jeweils mit schwarzen Zahlen ab. Aber ich glaube, im Vorfeld haben die Vereine Ängste, dass es finanziell nicht aufgeht. Auch, dass sie zu wenig Sponsoren finden. Das ist heute auch ein Problem.

Lengnau und Hausen als jeweils einzige Austragungsorte des Musiktages stehen unter Druck, weil dadurch die Anlässe enorm gross sind. Das ist vermutlich nicht nur erfreuchlich für diese Vereine?

Ich denke schon, dass es lässig ist für die Vereine. Aber natürlich ist es eine riesige Herausforderung, solche grossen Feste zu organisieren.

Könnte es sein, dass dadurch andere Vereine von der Organisation des Anlasses abgeschreckt werden?

Blasmusiker

Bildlegende: Aargauer Musikvereine haben offenbar kein Interesse an der Durchführung eines Musiktages. Keystone

Das glaube ich weniger. Ich denke wirklich, es hat mit dem finanziellen Aspekt zu tun. Von Verbandsseite aus haben wir aber reagiert. Wir haben die Festkartenpreise angehoben, damit die Vereine finanziell besser dastehen nach dem Anlass.

Wie sieht es aus in Zukunft, wird ein einzelner aargauischer Musiktag pro Jahr zum Standard?

Nein. 2017 wird es wieder drei Musiktage geben, und zwar in Wittnau, Gansingen und Tägerig. Ich hoffe, dass 2015 und 2016 mit jeweils nur einem Musiktag eine Ausnahme waren.

Das Gespräch führte Wilma Hahn.