Aus für Berufsberatung: Bedauern in Zofingen und Bad Zurzach

Die Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau (ask!) reagieren auf die Sparvorgaben der Politik. Die Standorte in Bad Zurzach und Zofingen werden auf 2016 hin geschlossen. Die Berufsberatung in den Randregionen weiterhin gewährleistet sein. Dennoch sind die betroffenen Gemeinden enttäuscht.

Rund 11'500 Personen haben im letzten Jahr Beratungsangebote von «ask!» in Anspruch genommen, rund 39'000 Personen haben ein Informationszentrum der Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf besucht, wie aus einer Mitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Damit seien die Zahlen stabil.

Konzentration auf vier Standorte

Trotzdem: Die Beratungsdienste müssen sparen. Sie reagieren nun auf die Vorgaben der Politik. Pro Jahr fehlen künftig 1.5 Millionen Franken.«Das ist schade, aber wir glauben, dass wir auch ohne die beiden Standorte einen guten Service bieten können», ist Thomas Eichberger, Geschäftsführer der Berufsberatungsdienste «ask!» überzeugt.

Die Informationszentren in Bad Zurzach und Zofingen werden geschlossen. Es ist ein geografischer Entscheid, da die flächendeckende Dienstleistung so möglich bleibt. Zudem sind Zofingen und Bad Zurzach die kleinsten Standorte. Die Mitarbeitenden ziehen nach Baden und Aarau um. Weiter bestehen bleiben auch die Info-Zentren in Rheinfelden und Wohlen.

«  Wir sind enttäuscht. Es ist ein weiterer Abbau des Service Public in den Regionen. »

Reto S. Fuchs
Gemeindeammann Bad Zurzach

Für Bad Zurzach ist der Entscheid ein weiterer Verlust. Die Gemeinde hat bereits das Grundbuchamt verloren. Etwas sportlicher nimmt man den Entscheid in der Zentrumsgemeinde Zofingen entgegen. Zofingen hat den Zuschlag fürs Grundbuchamt und die Staatsanwaltschaft erhalten. Trotzdem bedauert man die Schliessung des Informationszentrums der Berufsberatungsdienste.

«  Wir bedauern den Entscheid, verstehen ihn aber. Zofingen kam dafür beim Grundbuchamt und der Staatsanwalt zum Zug. »

Hans-Ruedi Hottiger
Stadtammann Zofingen

Für die Kundschaft sei dieser Standortverlust verkraftbar, halten die Beratungsdienste wiederum fest. «Umfragen in den Info-Zentren ergaben, dass Erwachsene durchaus bereit sind, für die Dienstleistungen auch längere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen», heisst es.

Berufsberater besuchen die Schulen

Für Jugendliche in peripheren Regionen wollen die Berufsberater künftig selber auf Reisen gehen: Geplant sind Besuche in den Schulhäusern. Die Schulen könnten neu aus einer «breiten Palette» an Angeboten auswählen, zum Beispiel Klasseninformationen, Einzel- oder Gruppenberatungen bestellen. Jedes Schulhaus erhalte dafür ein bestimmtes Zeit-Kontingent.

Über weitere Schritte der aktuellen Neuausrichtung wollen die Beratungsdienste gegen Ende Jahr informieren. Klar ist: sie müssen das fehlende Geld anderweitig kompensieren. Neu kosten vertiefte Beratungen für über 25-jährige. Zudem suche man bis Ende Jahr weitere Einkünfte, erklärte Geschäftsführer Thomas Eichenberger im Interview mit Radio SRF.

Fakten zu den Änderungen

  • Ab 2016 gibt es Berufsberatungsdienste noch in Aarau, Baden, Wohlen und Rheinfelden; Bad Zurzach und Zofingen schliessen
  • Grund: 1.5 Millionen Franken/Jahr fehlen (Sparmassnahmen Kanton)
  • Fachleute werden in Regionen Bad Zurzach und Zofingen direkt in den Schulen aktiv
  • Künftig kostet eine vertiefte Beratung für Personen über 25 Jahre

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