Autobahn-Teilstück bei Oensingen wird nicht in Tunnel verlegt

Der Solothurner Bauernverband hatte zusammen mit Naturschutzverbänden gefordert, dass die A1 bei einem Ausbau auf 6 Spuren auf einer Länge von 2 Kilometern untertunnelt wird. Diese Maximalvariante ist nun vom Tisch. Die Regierung findet die Verlegung der A1 zu teuer.

A1 Luftaufnahme

Bildlegende: Das Autobahn-Teilstück der A1 bei Oensingen wird nicht verlegt. Die Solothurner Regierung findet einen Tunnel zu teuer. Keystone

Pro Natura, der WWF und der Solothurner Bauernverband wollten die Autobahn A1 zwischen Oensingen und Oberbuchsiten auf einer Länge von 2 Kilometern im Boden versenken. Die Bauern wollten so ihr Kulturland schützen, die Naturschutzverbände den Wildtieren einen möglichst artgerechten Wechsel ermöglichen.

Der Kanton liess diese Tunnelvariante vom Bundesamt für Strassen prüfen, doch dieses kommt zum Schluss: «Der Tunnel ist unverhältnismässig teuer». Dies schreibt die Regierung in einer Mitteilung.

Zu viel Geld für wenig Tunnel

Offiziell werden keine Zahlen genannt. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von über 500 Millionen Franken, die ein solcher Tunnel Kosten würde. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass die Kosten für den gesamten Ausbau der A1 zwischen Härkingen und Luterbach auf rund 800 Millionen beziffert werden.

Allerdings hat der Bauernverband die vom Bund geschätzten Kosten für den Tunnel immer als zu hoch eingeschätzt. Die Maximalvariante ist nun aber vom Tisch. Der Bund kann weiterplanen. Allerdings ist nach wie vor nicht klar, was auf dem Teilstück zwischen Oensingen und Oberbuchsiten passiert.

Interessenkonflikt schwelt weiter

Die Naturschutzverbände werden sich voraussichtlich weiter für eine Wildtierüberquerung stark machen. Die Bauern werden diese nur unterstützen, wenn die Autobahn auf einer Länge von mindestens 600 bis 1000 Metern abgesenkt wird.

Und der Bund schliesslich will möglichst effizient und günstig die Autobahn ausbauen. Bis in einem Jahr, rechnet man, sollte ein konkretes Projekt beim Bundesrat spruchreif sein. Bis dahin geht das Lobbyieren und Diskutieren im Gäu sicher munter weiter.

Für den Ausbau der A1 zwischen Härkingen und Luterbach von 4 auf 6 Spuren rechnet der Bund mit einer Bauzeit von 8 Jahren und Kosten von gegen 800 Millionen Franken.