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Aargau Solothurn Baudirektor Beyeler wirbt in Benzenschwil für Durchgangsplatz

Fahrende sollen in Benzenschwil im Aargauer Freiamt Halt machen können: Der Kanton will einen Durchgangsplatz für Fahrende einrichten. Das Projekt stösst in der Bevölkerung auf massiven Widerstand. Auch eine Informationsveranstaltung am Dienstag vermochte die Skepsis nur teilweise zu zerstreuen.

Legende: Video Benzenschwil wehrt sich gegen Fahrenden-Platz abspielen. Laufzeit 4:39 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 16.01.2013.

Etwa 150 Personen haben sich am Dienstagabend in der Turnhalle Benzenschwil eingefunden: Kanton und Gemeinde informierten über den geplanten Durchgangsplatz für Fahrende am Dorfrand. Der Aargauer Baudirektor Peter Beyeler reiste an, zusammen mit Vertretern der Fahrenden-Gemeinschaft. Ihr Ziel: Vorurteile abbauen und Widerstände brechen.

Die Skepsis gegenüber den Fahrenden und einem Durchgangsplatz ist gross. Anwohner sammelten inzwischen mehr als 1000 Unterschriften für eine Petition gegen das geplante Bauwerk. Auch die Informationsveranstaltung vermochte ihre Zweifel nicht zu zerstreuen. Fritz Beck, Präsident des Komitees gegen den Platz, zeigte sich nach der Veranstaltung weiterhin skeptisch.

«Wir haben grundsätzlich nichts gegen Fahrende»

Wohnwagen stehen auf dem Durchgangsplatz für Fahrende im Aarauer Schachen. Im Hintergrund sanitäre Einrichtungen.
Legende: Der Durchgangsplatz für Fahrende im Aarauer Schachen wird immer wieder als gut funktionierendes Beispiel gelobt. Keystone

«Es gibt geeignete Standorte für solche Plätze, wie die Beispiele in Aarau oder Cham zeigen. Da liegen diese Plätze etwas abgelegen in Industriegebieten. Der Platz in Benzenschwil liegt zu nahe am Dorf und sollte als Landwirtschaftsland erhalten bleiben», erklärte Beck nach der Veranstaltung gegenüber Schweizer Radio und Fernsehen.

Gleichzeitig betont Fritz Beck einmal mehr: «Wir haben grundsätzlich nichts gegen Fahrende.» Trotzdem: Die Angst vor dieser Volksgruppe scheint gross, immerhin wurde der Durchgangsplatz an der Veranstaltung in einem Zug mit Atommüll-Endlagern oder Asylheimen genannt. Baudirektor Peter Beyeler hatte einen schweren Stand.

«Es bräuchte ein Verpflichtungsgesetz für solche Aufgaben»

Trotzdem gab er sich nach der Veranstaltung zufrieden. «Wir konnten Verständnis wecken für die Situation der Fahrenden, einige Leute konnten wir überzeugen. Natürlich aber wird es weiterhin Widerstand geben.» Peter Beyeler ärgert sich darüber, dass der Kanton die Gemeinden nicht zur Erfüllung solcher Aufgaben zwingen kann. «Es bräuchte eine Art Verpflichtungsgesetz: Entweder die Gemeinde übernimmt den Auftrag, oder aber sie sucht selber nach einem alternativen Standort.»

Immerhin: Grundsätzlich könnte der Kanton den Durchgangsplatz für Fahrende in Benzenschwil auch einfach durchsetzen. Das Land ist bereits im Besitz des Kantons, die Entscheidung liegt nun beim Grossen Rat. Er muss die Änderung des Richtplans beschliessen. Trotzdem gibt Baudirektor Peter Beyeler zu: «Gegen den erbitterten Widerstand der Gemeinde können wir so ein Projekt nicht durchsetzen, das bringt nichts.»

Im Moment läuft die offizielle Vernehmlassung zur Richtplan-Anpassung. Der Entscheid dürfte dann im Sommer im Kantonsparlament gefällt werden. Bis dahin haben Befürworter und Gegner noch Zeit, Überzeugungsarbeit zu leisten.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Ramona Marthaler, Benzenschwil
    Bundesrätin Doris Leuthard will mit einem Raumkonzept das Problem der Zersiedlung angehen. Nun Soll im Dorf ihrer Herkunft (Merenschwand-Benzenschwil) eine Verbauung von Landwirtschaftsland geplant werden. Dies wiederspricht sich im Politischen interessen. Es gibt genügend andere Plätze auf denen die Infrastruktur schon vorhanden ist (z.B.Stillgelegende Industrieteile) Sinnvoller währ doch wenn man nach solchen Plätzen ausschau halten würde, sodass kein Landwirtschaftsland verbaut werden m...
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  • Kommentar von Venanz Nobel, Basel
    Herzlichen Dank an die 150 Besucher des Info-Abends, die, bei aller Skepsis, offen waren für die engagierten Voten der Kantonsvertreter und Politker auf dem Podium. Die Gegner des Projekts trugen ihre Argumente beherzt, aber fair vor. Das Publikum ermöglichte mit engagierten Fragen eine Diskussion, die zeigte, dass die Gemeinde durch den Standplatz nicht viel gewinnt - ausser einem Stück Menschlichkeit und ein bisschen Umsatz für Dorfladen und -beiz.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Hallo, Ihr grünen Natrurschützer! Es wird Naturland, wo Küche weiden könnten, also ein schönes Stück grüne Wiese für die Fahrenden zur Verfügung gestellt. Die fahren mit ihren Wohnwagen hin und weg, was Abgase (CO2) verursacht. Oder geniessen diese Leute Sonderrechte, weil sie nicht zu den reichen Villenbesitzern gehören?
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