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Bipperlisi erfasst Mann Unfall trotz Schranke: Wie konnte das geschehen?

Das geschah am Samstagmittag: Ein 51-jähriger Mann war in Solothurn vom Rosenweg in Richtung Vogelvoliere unterwegs und wollte die Rötistrasse überqueren. Dabei wurde er vom «Bipperlisi» erfasst und schwer verletzt. Er wurde nach der medizinischen Erstversorgung durch einen Rettungshelikopter der Rega ins Spital geflogen. «Hergang und Umstände bilden Gegenstand der eingeleiteten Untersuchungen», heisst es in der Medienmitteilung der Kantonspolizei Solothurn. Der Mann war am Montag noch immer im Spital, sein Zustand ist stabil.

Bipperlisi, Ambulanz und Polizeiautos auf der Rötistrasse in Solothurn
Legende: Unfall trotz Absperrgeländer: Am Samstag wurde in Solothurn ein 51-jähriger Mann vom Bipperlisi erfasst. zvg / Kantonspolizei Solothurn

Vom Unfall-Hotspot zum «normalen» Übergang: Früher ereigneten sich mehrmals Unfälle beim Fussgängerstreifen auf der Rötistrasse. Darum wurde beim Bau der neuen Rötibrücke im Jahr 2007 der Übergang neu gestaltet. Seither hat es auf beiden Seiten des Trassees eine Insel, zudem warnt in der Mitte ein Schild vor dem «Bipperlisi». Doch trotzdem ereignete sich im Herbst 2008 ein schwerer Unfall: Eine Frau und zwei Kinder wurden beim Fussgängerstreifen vom «Bipperlisi» erfasst und schwer verletzt.

Nachdem ein Personenwagen korrekt angehalten hatte, um die Gruppe passieren zu lassen, achteten die Kinder und die junge Frau wohl nicht mehr auf das Bahntrassee in der Mitte der Strasse, mutmasste damals die Aare Seeland mobil AG (ASm), welche die Linie zwischen Solothurn und Langenthal mit dem «Bipperlisi» betreibt.

Deshalb wurde eine Umlaufschranke installiert: Direkt nach dem Unfall im Herbst 2008 verlangte die ASm, dass der Fussgänger-Übergang bei der Rötistrasse aufgehoben werden soll. So weit kam es allerdings nicht. Etwa sechs Wochen nach dem Vorfall wurden rot-weisse Absperrgeländer zwischen Fussgängerstreifen und Bahngleis montiert.

Zug und Rettungswagen
Legende: Die «Bipperlisi»-Betreiberin Aare Seeland mobil prüft mit der Polizei weitere Massnahmen zur Fussgänger-Sicherheit. ZVG / Kantonspolizei Solothurn

Die massiven Geländer sollten die Passanten dazu zwingen, nach dem Überqueren der ersten Fahrbahn vor dem Bahntrassee einen Zwischenstopp einzulegen. Bis am Samstag waren die Absperrgeländer offenbar erfolgreich. Polizeisprecher Bruno Gribi sagt auf Anfrage von SRF: «Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es an jener Stelle seither einen Unfall gegeben hat.»

Wie geht es nun weiter? Am Montagnachmittag haben die Verantwortlichen von ASm mit der Polizei über den Vorfall gesprochen. Für Fredy Miller von ASm steht eine Aufhebung des Übergangs zur Zeit nicht im Vordergrund. «Wir haben vor 10 Jahren alle Sicherheitsmassnahmen umgesetzt, die nach dem Unfallbericht vorgeschlagen wurden.» Ob es jetzt dennoch weitere Massnahmen brauche werde man allerdings abklären.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Jorns (rjo)
    Den Nachholbedarf in Sachen Sicherheit brauchen vor allem die zahlreichen kopflosen Fussgänger, welche nun überhaupt das Gefühl haben, dass alles Asphaltierte ihnen gehöre. Meiner Meinung nach wurden Strassen einmal für Fahrzeuge gebaut, kann mich jedoch auch irren.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Nach solchen klaren selbstverschuldeten Unaufmerksamkeiten, wird sofort von allen Seiten nach Gründen und nötigen technischen Verbesserungen geschrien! Der Mensch sollte sich immer noch selber für seine Sicherheit kümmern und nach einem Unfall nicht nach "allen möglichen anderen" Schuldigen suchen! Vorallem in Solothurn (Rötistrasse), mit der zusätzlichen Stahlrohr-Abschrankung vor dem Bahntrassee, sollte man etwas mehr Selbstverantwortung erwarten dürfen! Etwas, das offenbar abhanden kam!
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