Bözbergtunnel: Baustart für Kernstück des 4-Meter-Korridors

In Schinznach-Dorf AG haben am Mittwoch die Arbeiten für den Bau des neuen Bözberg-Bahntunnels offiziell begonnen. Die 350 Millionen Franken teure Doppelspurröhre ist das Kernstück des 4-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse.

Für den Bau des 4-Meter-Korridors hatte das Parlament 2013 einen Kredit von 710 Millionen Franken gesprochen. Rund die Hälfte dieses Kredits entfällt auf den Bau eines neuen Bahntunnels durch den Bözberg zwischen Effingen und Schinznach-Dorf auf der Strecke Basel-Frick-Brugg.

Zusammen mit dem neuen Tunnel durch den Jura-Ausläufer werden zwölf weitere Tunnels auf den Zufahrtsstrecken zum Gotthard-Basistunnel im Profil erweitert und achtzig andere Hindernisse beseitigt. Damit können künftig Sattelauflieger mit einer Höhe von vier Metern auf der Schiene durch den Gotthard transportiert werden. Bislang war dies nur auf der Lötschberg-Achse möglich.

Eröffnung neuer Bözbergtunnel ab Ende 2020

Der jetzige, 2,7 Kilometer lange Bözbergtunnel wird später als Dienst- und Rettungsstollen genutzt. Mehrere Notausgänge werden über fünf Querverbindungen vom neuen zum alten Tunnel führen.

Die Vorarbeiten für den Neubau waren im Oktober 2015 in Angriff genommen worden. Die Tunnelbohrarbeiten dauern bis Ende 2017. Danach folgt die Fertigstellung des Rohbaus und der Einbau der Bahntechnik.

Während der Bauzeit kann der Eisenbahnbetrieb durch den alten Bözbergtunnel ungestört abgewickelt werden. Die ersten Züge werden ab Ende 2020 fahrplanmässig durch den neuen Bözbergtunnel fahren.

Ausbruchmaterial gab zu reden

Ursprünglich sollte das Ausbruchmaterial des Bözbergtunnels von Schinznach mittels Lastwagen in den Steinbruch bei Veltheim transportiert werden. Täglich wären 300 Lastwagen durch Veltheim gefahren. Gegen dieses Vorhaben wehrte sich die Gemeinde erfolgreich. Ab 2018 wird das Ausbruchmaterial mit der Bahn von Schinznach nach Veltheim transportiert.