Breitenbach: 22 kaputte Wasserleitungen in 10 Tagen

«Das ist wirklich massiv», sagt Urs Grolimund. Der Werkhof-Chef von Breitenbach hat mit dem einen oder anderen Leitungsbruch gerechnet, als man am 20. Oktober das neue Wasserreservoir in Betrieb genommen hat. Jetzt sind aber schon 22 Leitungen geborsten. Eine aussergewöhnliche Serie.

Wasser spritzt. Pfütze. Absperrband.

Bildlegende: Jeder der 22 Rohrleitungsbrüche kostet die Gemeinde Breitenbach zwischen 4'000 und 5'000 Franken. Keystone (Symbolbild)

Seit dem 20. Oktober hat das solothurnische Breitenbach ein neues Wasserreservoir. Es versorgt auch die Nachbargemeinde Brislach (BL) mit Wasser und liegt 15 Meter höher als das alte Reservoir. Dadurch hat das Wasser im Leitungsnetz einen leicht höheren Druck.

Der Druck sei um 1,5 bar höher, erklärt Urs Grolimund. Er habe damit gerechnet, dass drei oder vier Hauptleitungen dem höheren Druck nicht standhalten. «Aber das jetzt ist massiv. Es reicht langsam», sagt Grolimund.

Das Problem: Alte Gussleitungen

Als Radio SRF am Donnerstagnachmittag mit dem Werkhof-Chef spricht, steht er gerade an der Hauptstrasse Richtung Brislach, beim mittlerweile 22. Leitungsbruch. Das sei ärgerlich, gibt Urs Grolimund zu. Das Lachen ist ihm aber trotzdem noch nicht vergangen. Es werde langsam ruhiger, meint er:

«  Also die letzten beiden Nächte konnte ich wieder durchschlafen »

Urs Grolimund
Werkhof-Chef Breitenbach

Das Problem sind die alten Grussleitungen. Diese halten dem höheren Druck nicht mehr stand. Ist denn das Wasserleitungsnetz in Breitenbach in einem schlechten Zustand? Grolimund widerspricht: «Nein, unser Netz ist in einem guten Zustand. Aber wir haben es halt noch nicht komplett ersetzt.» Jährlich ersetze man bis zu 300 Meter Leitungen.

Wegen den vielen Wasserleitungsbrüchen musste in den vergangenen Tagen immer wieder das Wasser abgestellt werden. Es seien jeweils nur einzelne Quartiere betroffen gewesen, sagt der Werkhof-Chef, und für jeweils höchstens sechs Stunden.

Höherer Druck: Die Feuerwehr freut's

Dass das Wasser in Breitenbach einen höheren Druck hat als früher, ist gewollt. Unter anderem hatte dies die Solothurnische Gebäudeversicherung empfohlen. Die Hydranten in den höher gelegenen Ortsteilen hatten zu wenig Leistung, die Löschsicherheit war zu wenig gewährleistet.

Ist also die Gebäudeversicherung Schuld an den Leitungsbrüchen? Direktor Alain Rossier weist solche Vorwürfe gegenüber Radio SRF klar zurück. Die Gebäudeversicherung gebe den Gemeinden nur Empfehlungen und stelle Bedingungen für allfällige Beitragszahlungen. Die Gemeinden seien aber frei, ob sie sich daran halten oder nicht.