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Cyberangriff auf Altersheim Aargauer Heim lässt sich erpressen

Legende: Video Aargauer Heim wird erpresst - und zahlt abspielen. Laufzeit 02:58 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 19.12.2017.

Ein regionales Altersheim im aargauischen Schöftland ist im November Ziel eines Cyberangriffs geworden. Die Verantwortlichen nahmen die Drohung ernst und bezahlten. Die Polizei sowie die Bundesstelle Melani wurden erst später eingeschaltet.

Der Cyberangriff hatte im November stattgefunden, doch eine Anzeige sei erst am 13. Dezember eingegangen, bestätigte ein Sprecher der Aargauer Kantonspolizei am Dienstag einen Bericht der «Aargauer Zeitung». Die Ermittlungen seien erst in der Anfangsphase, hiess es weiter.

7800 Dollar für Erpresser

Beim Angriff auf das IT-System wurde ein Trojaner platziert, der den Zugriff auf die Informationen blockierte. Das Altersheim bezahlte den Erpressern nach eigenen Angaben 7800 Dollar, damit es wieder ungestört auf das System zugreifen konnte.

Im Normalfall würden in solchen Fällen jeweils mehrere tausend Franken verlangt, sagte der Polizeisprecher. Wer bezahle, habe aber keine Garantie, dass der angerichtete Schaden von den Erpressern behoben werde. Sowohl die Polizei wie auch die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) des Bundes raten deshalb, nicht auf solche finanzielle Forderungen einzugehen.

Patientendossiers auch von Hand nachgeführt

Die Verantwortlichen des Altersheimes kamen glimpflich davon. Weil die Patiendossiers auch manuell auf Karteikarten nachgeführt werden, waren die Informationen über die rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner jederzeit greifbar. Die Bewohnersicherheit sowie die Pflege- und Betreuungsprozesse seien zu jeder Zeit gewährleistet gewesen, sagte Altersheimleiter Thomas Steidle der «Aargauer Zeitung».

Computer mit blauem Bildschirm, Hand auf Tastatur.
Legende: Keystone/Symbolbild

Bei der Aargauer Polizei hat man in letzter Zeit einige wenige Anzeigen solcher Art registriert. Die Fällen werden an das Bundesamt für Polizei (Fedpol) weitergeleitet. Von dort geht die Meldung weiter an Europol.

Manchmal komme es vor, dass sich solche Fälle im Rahmen einer grösseren, länderübergreifenden Aktion gegen Kriminelle auflösen. Meist sei aber die Chance klein, dass die weltweit operierenden Täter ermittelt werden, sagte Polizeisprecher Graser.

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