Der Aargau ist ein gutes Pflaster für KMU

Der Aargau ist ein Kanton der KMU. 99,8 Prozent aller Unternehmen im Aargau sind kleine oder mittlere Unternehmen, wie die am Dienstag vorgestellte Regionalstudie 2014 Neuen Aargauer Bank (NAB) ergab. Es gibt jedoch auch Kritik am Standort Aargau.

Ökonom, Fabian Hürzler, hat die Studie für die NAB ausgearbeitet.

Bildlegende: Ökonom, Fabian Hürzler, glaubt, dass der Kanton Aargau für Firmen attraktiv ist. SRF

Die diesjährige Regionalstudie der NAB zeigt: Die 38'300 Aargauer KMU beschäftigen 167'000 Mitarbeitende. Dies entspricht 66 Prozent aller Arbeitnehmer im Kanton. Rund ein Drittel aller im Kanton Aargau beschäftigten Personen ist im Sektor Bau und Industrie tätig. Schweizweit beträgt dieser Anteil ein Viertel.

6,5 Prozent der Schweizer Beschäftigten arbeiten im Aargau

Insgesamt sei die Wirtschaft im Kanton Aargau breiter diversifiziert als im Schweizer Durchschnitt, sagte Studien-Autor Fabian Hürzeler am Dienstag. Sowohl die Branchen- als auch die Unternehmensstruktur würden keine Klumpenrisiken bergen.

6,7 Prozent aller Schweizer KMU sind im Kanton Aargau angesiedelt. Gesamthaft sind im Aargau 6,5 Prozent aller schweizweit Beschäftigten tätig. Innerhalb des Kantons werden 6,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erarbeitet.

Trotzdem ist in der Aargauer Wirtschaft nicht alles Gold, was glänzt. Die Beschäftigung wuchs laut der NAB-Studie zwischen 2008 und 2012 unterdurchschnittlich um nur gerade um 1,7 Prozent. Schweizweit betrug dieser Wert 5,5 Prozent, im Kanton Zug sogar 10,6 Prozent.

Ein Mitarbeiter des Schweizer Werkzeugherstellers Urma AG arbeitet in Rupperswil im Kanton Aargau an einem Maschinenteil.

Bildlegende: 6,7 Prozent der Schweizer KMU sind im Aargau angesiedelt. Bei der Standortqualität lässt der Kanton jedoch erneut nacht. Keystone

Standort war schon attraktiver

Auch in Sachen Standortqualität hat der Kanton Aargau gegenüber dem vergangenen Jahr erneut einen Platz verloren und liegt jetzt knapp hinter Nidwalden auf Platz sechs. Grund für das Zurückfallen sei eine andere Gewichtung der insgesamt sieben Faktoren, die für diesen Index herangezogen werden, sagte NAB-CEO Peter Bühlmann.

Ausschlaggebend war der Faktor Verfügbarkeit von Fachkräften, der sich zugunsten von Nidwalden ausgewirkt hat. Auf der anderen Seite konnte der Kanton Aargau die steuerliche Attraktivität für natürliche Personen leicht steigern.

Spitzenreiter Baden

Wegen einer neuen Beurteilung der Faktoren hatte der Kanton Aargau in diesem Kantonsranking schon letztes Jahr zwei Plätze verloren. Die Aargauer Regionen befinden sich dennoch auch 2014 wieder alle im vorderen Drittel dieser Hitparade. Baden liegt als bestplatzierter Aargauer Standort auf Platz fünf der 110 Schweizer Regionen.

Geologe Mark Eberhard zeigt verschiedene Bodenproben.

Bildlegende: Geologe Mark Eberhard sieht im Standort Aargau viele Vorteile SRF

Unternehmer zeigt sich begeistert

Dass der Standort Aargau attraktiv ist, glaubt auch Mark Eberhard, Geologe und Geschäftsmann von Aarau. Gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn lobte er, dass der Aargau noch Potenzial bietet und im Vergleich etwa zu Zürich noch nicht so fest industrialisiert sei. Allerdings kritisiert Eberhard auch, dass die Bürokratie stetig zunehme.