Der Sulzer Dorfbach reisst eine Frau in den Tod

Gewitter und Hochwasser haben in der Nacht auf Freitag auch im Kanton Aargau gewütet. In Sulz bei Laufenburg ist eine Frau in den Wassermassen ertrunken, wie die Aargauer Kantonspolizei gegenüber Radio SRF bestätigt. Die Feuerwehren standen an 125 Orten im Einsatz.

Das weggeschwemmte Fahrzeug (im Hintergrund), im Vordergrund ein reissendes Bächlein und zerdrücktes Gras.

Bildlegende: Das weggeschwemmte Auto (im Hintergrund) erlitt einen Totalschaden, kurz nach dem Unwetter war das Wasser wieder weg. Kantonspolizei Aargau

Beschädigtes Fahrzeug in schlammigem Feld.

Bildlegende: Die Beifahrerin dieses Fahrzeugs ertrank in den Fluten des Dorfbaches von Sulz. Kantonspolizei Aargau

In Sulz bei Laufenburg haben die Gewitter der letzten Nacht ein Todesopfer gefordert. Eine Frau ist in den Wassermassen gestorben, wie die Aargauer Kantonspolizei auf Anfrage bestätigt. Die 32jährige Frau war als Beifahrerin in einem Auto unterwegs, als der Sulzerbach die Hauptstrasse überschwemmte und das Auto wegschwemmte.

Die beiden Insassen des Fahrzeugs konnten sich zuerst auf das Dach retten. Anwohner versuchten die beiden mit Seilen aus dem reissenden Strom zu holen. Die Frau allerdings sei von den Wassermassen weggeschwemmt worden, erklärt Polizeisprecher Bernhard Graser. Der Fahrer wurde gerettet. Die Frau aber wurde später einige hundert Meter weiter tot geborgen.

«Unter welchen Umständen das Auto genau mitgerissen wurde, ist noch unklar», sagt Graser. «Der sonst unscheinbare Dorfbach aber hatte eine gewaltige Kraft entwickelt.» Der Bach wird an dieser Stelle mit Röhren unter der Hauptstrasse durchgeführt. Offenbar waren die Röhren verstopft, wodurch sich das Wasser den Weg über die Strasse bahnte.

125 Einsätze im ganzen Kanton

23 Feuerwehren hätten vom Donnerstagabend bis am Freitagmorgen 125 Einsätze geleistet, erklärt Polizeisprecher Bernhard Graser. Keller, Garagen und Strassen waren überflutet. Betroffen waren vor allem das Fricktal und die Region zwischen Brugg und Bremgarten. Im Schenkenbergertal wurde auch die regionale Zivilschutzorganisation aufgeboten.

Einige Strassen wurden kurzzeitig gesperrt, inzwischen sind aber alle wieder offen. Hauptachsen waren nicht betroffen.

Kein Trinkwasser in Tägerig

In Tägerig im Bezirk Bremgarten wurde das Trinkwasser-Reservoir der Gemeinde überflutet. Das Leitungswasser darf in der Gemeinde aktuell nicht benutzt werden. Die Feuerwehr informiert die Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen, wie der Gemeindeammann auf Anfrage bestätigt.

Er geht davon aus, dass das Trinkwasser bis Montag oder Dienstag mindestens ungeniessbar bleibt.