Betrug am Zoll Deutschland hat genug von tricksenden Schweizer Einkaufstouristen

Weil bei der Mehrwertsteuer geschummelt wird, verstärken die deutschen Zöllner ihre Kontrollen.

Mann mit grünem Ausfuhrzettel bei der Ausfuhr.

Bildlegende: Wer den Stempel auf dem Ausfuhrzettel haben will, muss auch die Ware dabei haben. Sonst gibt es neuerdings eine Busse. SRF

In Deutschland einzukaufen ist für Schweizer attraktiv. Nicht nur sind die Preise der Waren dort oft tiefer, auch kann mittels Ausfuhrschein die Mehrwertsteuer zurückverlangt werden. Genau das nutzen gewisse Einkaufstouristen aber aus.

Sie lassen sich die Steuer für Waren zurückerstatten, welche sie gar nie gekauft haben. Beispiel: Die Schweizer nehmen Kaufquittungen von anderen Kunden mit, welche sie im Laden gefunden haben. Oder aber sie kaufen auch für deutsche Freunde ein, legen die Quittung am Zoll dann aber trotzdem vor für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer.

Verstärkte Kontrollen in Konstanz und Waldshut

Solchen Betrügereien hat Deutschland nun den Kampf angesagt, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtete. Demnach setzen die deutschen Zöllner seit Anfang Juli eine entsprechende neue Regelung um. Die Kontrollen wurden seither verstärkt, die Zöllner vergleichen Quittungen und Einkaufstaschen – und wer schummelt, dem droht eine Busse.

Wie Michael Hauck vom Hauptzollamt Singen gegenüber SRF sagt, wurden in der Zwischenzeit bereits einige hundert Schweizer Einkaufstouristen gebüsst. Das Problem bestehe vor allem an den grösseren Grenzübergängen wie beispielsweise Waldshut oder Konstanz.

Lörrach gibt sich derzeit noch kulant

Beim Hauptzoll Lörrach setzt man derzeit noch auf Kulanz: Bei Bagatellfällen erkläre man den schummelnden Einkaufstouristen, dass man nochmals ein Auge zudrücke, beim nächsten Vergehen jedoch nicht mehr. Bislang wurde in Lörrach eine zweistellige Zahl von kostenpflichtigen Verwarnungen ausgesprochen.