Die Aargauer Grünen wollen in den Ständerat

Partei Nummer vier hat sich für eine Ständeratskandidatur entschieden: Auch die Aargauer Grünen wollen 2015 um einen Sitz im Stöckli kämpfen. Das hat die Parteiversammlung am Montagabend beschlossen. Noch gibt es aber keine Namen. Offen bleibt auch, was mit Geri Müller passiert.

Geri Müller beim Sprechen vor einer Leinwand

Bildlegende: Geri Müller referiert am Parteitag gegen die Ecopop-Initiative. Über seine eigene politische Zukunft sagte er nichts. SRF

Der Wahlkampfzug der Grünen Aargau kommt nur langsam in Fahrt. Ein gutes Jahr vor den Wahlen 2015 hat die Parteiversammlung am Montagabend erst grundsätzliche Entscheidungen getroffen.

  • Die Grünen streben das beste Wahlresultat ihrer Geschichte an, also mindestens 8,9 Prozent Wähleranteil
  • Die Grünen stellen eine Kandidatur für den Ständerat (Namen offen)
  • Das Budget für die National- und Ständeratswahlen wurde genehmigt
  • Für die Nationalratswahlen strebt der Vorstand eine grosse Listenverbindung an, gemeinsam mit SP, Grünliberalen, EVP und Piratenpartei

Konkrete Namen für Kandidaturen gibt es noch nicht. Die Nominationen für National- und Ständeratswahlkampf finden erst im Januar, allenfalls sogar erst im März statt. Allerdings: Bereits im November sollen erste Namen bekannt werden, dann trifft sich die Partei zu einem Strategieseminar.

Was macht Geri Müller?

Zum ersten Mal seit dem Skandal um Nackt-Selfies war auch Geri Müller wieder an der Parteiversammlung mit dabei. Er referierte vor den Mitgliedern gegen die Ecopop-Initiative und engagierte sich in den strategischen Diskussionen zu den Wahlen 2015. Allerdings liess er dabei die vielleicht wichtigste Frage offen: Nämlich, was er selber dabei für eine Rolle spielen will.

Tritt Geri Müller noch einmal für den Nationalrat an? Oder will er sich ganz auf sein Amt als Stadtammann von Baden konzentrieren beziehungsweise auf die Schlichtung der Streitigkeiten nach dem sogenannten «Geri-Gate»? Müller erklärte gegenüber SRF, dass er diesen Entscheid im Hinblick auf das Strategieseminar seiner Partei fällen wolle. Also im November.

Die Grünen brauchen einen Entscheid

Die Partei wünscht sich diesen Entscheid ihres bisherigen Spitzenkandidaten sehnlichst, wie Gespräche nach der Parteiversammlung zeigen. Die Grünen hängen im Moment in der Luft: So lange Geri Müller nicht Klartext spricht, kann der Wahlkampf auch nicht beginnen.

Für den Ständerat scheint Geri Müller aber kein Thema mehr zu sein. Offen debattierte die Partei am Montagabend darüber, dass man auch «die Nummer zwei oder drei» von der Nationalratsliste fürs Stöckli nominieren könne. Falls Geri Müller antritt, dann wäre er wohl als Bisheriger die Nummer eins auf der Liste.

Partei wünscht Frieden mit der SP

Diskussionen gab es am Parteitag beim Traktandum «Listenverbindungen». Bei den Nationalratswahlen 2011 brüskierten die Grünen ihre traditionelle Verbündete SP: Sie gingen eine Listenverbindung ein mit den Grünliberalen und der EVP. Die SP hatte sich geweigert, Teil einer solchen Verbindung zu werden.

Auch bei den Wahlen 2015 strebt der Vorstand der Grünen diese «grosse Listenverbindung» an, allenfalls ergänzt mit der Piratenpartei. Nur so könne man die Parteien «links der Mitte» stärken, erklärte Parteipräsident Jonas Fricker den Mitgliedern. Allerdings wurde aus den Voten im Saal klar: Die Grünen möchten bei den Wahlen 2015 einen Streit mit den Sozialdemokraten verhindern.

Kandidaturen für den Ständerat

SP-Ständerätin Pascale Bruderer tritt bei den Wahlen im Oktober 2015 erneut an. Für den frei werdenden Sitz von Christine Egerszegi (FDP) bewerben sich folgende Kandidaturen: Hansjörg Knecht (SVP), Philipp Müller (FDP) und Ruth Humbel (CVP). Die grüne Kandidatur ist also Nummer vier.