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Aargau Solothurn «Disco-Mörder» von Grenchen wird nicht verwahrt

Der heute 25-jährige Täter muss für über 16 Jahre ins Gefängnis. Das Obergericht hält am Strafmass der Vorinstanz fest. Allerdings hebt es die Verwahrung auf, zu Gunsten einer stationären Therapie.

Hände in Handschellen.
Legende: Der «Disco-Mörder» von Grenchen bleibt für gut 16 Jahre im Gefängnis, er wird aber nicht verwahrt. Colourbox

Der Mann, der in Grenchen einen Disco-Türsteher erstochen hatte, wird nicht verwahrt. Aber er muss wegen vorsätzlicher Tötung für 16 Jahre und 3 Monate ins Gefängnis. Damit bleibt das Solothurner Obergericht beim Strafmass der Vorinstanz.

Weil sich der Angeklagte im Verlaufe der bisherigen Haft gut verhielt, sah das Obergericht von einer Verwahrung ab und ordnete eine stationäre therapeutische Behandlung an. Das Gericht begründete diese Anordnung am Montag damit, dass beim Angeklagten eine gewisse Einsicht habe festgestellt werden können.

Zudem sei der Angeklagte im Verlauf seiner bisherigen Haft in keine gewalttätige Auseinandersetzung verwickelt gewesen. Es bestehe die Aussicht, dass die begonnene Therapie Erfolg haben könnte. Deshalb könne rein juristisch keine Verwahrung ausgesprochen werden, folgerte das Gericht.

Therapie ist unbestritten

Der Staatsanwalt hatte bei der Verhandlung letzte Woche eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren und 3 Monaten sowie die Anordnung einer Verwahrung gefordert. Dies entsprach der Strafe, die das Amtsgericht Solothurn-Lebern in erster Instanz ausgesprochen hatte. Der Verteidiger verlangte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren ohne Verwahrung.

Das Solothurner Obergericht bestätigte nun die Strafe der ersten Instanz: Wegen einfacher Tötung muss der Mann 16 Jahr und 3 Monate verbüssen. Damit blieb das Gericht im oberen Drittel des möglichen Spektrums. Über die Anordnung einer therapeutischen Massnahme waren sich sowohl Verteidiger wie Ankläger einig.

Unter Alkohol und Drogen gehandelt

Die tödliche Messerstecherei hatte sich in der Nacht zum 3. April 2011 vor der einer Diskothek in Grenchen ereignet. Weil ein Security-Mann einen Gast, der Drogen verkauft hatte, einsperrte, wurde er von den Kollegen des Drogendealers bedroht.

Einer dieser Kollegen steigerte sich unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen derart in Rage, dass er zum Messer griff und auf den Türsteher einstach. Dieser hatte den Drogendealer aber inzwischen wieder freigelassen, um die Stimmung unter den Gästen zu beruhigen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "Der Angeklagte weise zudem trotz seines jugendlichen Alters bereits ein ausführliches Strafenregister auf" Offenbar hat aufgrund der laschen Abschiebepraxis erneut ein Mensch sein Leben verloren. Daher ist die Ausschaffungsinitiative nun endlich umzusetzen, um weitere solche Taten zu verhindern.
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