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Forschung über Mäuse Die Katze als Helferin der Wissenschaft

Legende: Audio Tote Mäuse für die Wissenschaft abspielen.
7:53 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 08.05.2018.

Es ist ein Projekt, das aufhorchen lässt: Das Naturmuseum Solothurn und andere Institutionen rufen Katzenbesitzer der Kantone Solothurn und Bern dazu auf, die Beute ihrer Lieblinge einzusenden. «Zeig mir Deine Maus, Katze!» heisst das Projekt. Und es ist kein Scherz, sondern soll dazu dienen, mehr über Mäuse zu erfahren. Das erklärt Thomas Briner, Leiter des Naturmuseums Solothurn, im Interview.

Thomas Briner

Thomas Briner

Leiter Naturmuseum Solothurn

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Thomas Briner leitet das Naturmuseum Solothurn. Der Biologe hatte zuvor auch beim Bundesamt für Umwelt und für das Bündner Naturmuseum gearbeitet. Er ist verantwortlich für das Projekt «Zeig mir Deine Maus, Katze!».

SRF News: Thomas Briner, eigentlich wissen wir ja, wie Mäuse aussehen, wie sie leben. Wozu brauchen Sie von Katzen getötete Mäuse?

Thomas Briner: Für die meisten Leute ist die Maus ein Sammelbegriff für all das kleine, braungraue Getier, das flink am Boden herumrennt. Es gibt aber rund 35 Mausarten in der Schweiz. Es ist die grösste Säugetiergruppe. Selbst wir als Profis haben Mühe, die Arten zu erkennen und zu beschreiben.

Weshalb binden Sie Katzen und ihre Besitzer ein?

Viele Katzenbesitzer haben ein schlechtes Gewissen, weil ihre Katzen andere Tiere jagen und töten. Das ist für den Naturschutz nicht förderlich, das ist klar. Wir wollen nun wenigstens mit den toten Mäusen noch etwas anfangen, indem wir Wissen aus ihnen gewinnen. Wenn wir Forscher all diese Mäuse in der Natur gezielt beobachten müssten, wäre das vom Aufwand her schlicht nicht realisierbar.

Ist es repräsentativ, wenn Sie lediglich die Beute von Solothurner und Berner Katzen analysieren? Es gibt ja nicht nur in Siedlungen Mäuse.

In diesem Projekt wollen wir einfach mal erfahren, wo es sich lohnen könnte, genauer hinzuschauen. Wo kommen seltene Arten vor? Das interessiert uns. Wir wollen einen ersten Einblick.

Das Gespräch führte Stefan Ulrich.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Widmer (honigmond)
    Unsere Katze bringt Enten und Ratten nach Hause...es lohnt sich auch dort hinzuschauen. Wo kann ich diese Beute abgeben...
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Dieser Aktionismus ist für die Katz! Das Katz- u. Mausspiel beleuchtet nur einen Bruchteil der biologischen, symbiotischen Wechselwirkung zwischen „fressen u. gefressen werden“. Seit über 20 Jahren mache ich in unserem Quartier meine Beobachtungen über alles was „kreucht u. fleucht“. U.a. Waldmäuse. Ich stelle fest, dass Ratten u. Krähen! (Allesfresser) Mäuse fressen. Dafür ist „unser“ Waldkautz verschwunden. Ursache ist auch das Fällen von Eichen, Haselnussbäumen u. Zerstörung des Lebensraums.
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  • Kommentar von Hansueli Oswald (DOKU)
    Eines verstehe ich nicht: Warum muss man den Katzen ihre Beute wegnehmen. Ich denke, das ist für die Katze ein gewaltiger Frust, wenn sie ihre Beute nicht vertilgen kann. Warum kann die Wissenschaft nicht selber auf Mäusefang gehen? Die Bauern helfen ihnen sicher dabei, natürlich gegen einen entsprechenden Batzen.
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