Gesundheitsdepartement Aargau Franziska Roth krempelt die Kommunikation um

Seit zwei Monaten ist sie im Amt. Nun schlägt die neue Regierungsrätin bei der Kommunikation Pflöcke ein. Sie holt eine neue Kommunikationschefin. Und Mitarbeitende will sie in Zukunft vor allem persönlich informieren. Die bisherige Kommunikationsleiterin, Daniela Diener, wurde freigestellt.

Porträt Franziska Roth.

Bildlegende: Franziska Roth stellt das mediale Aushängeschild ihres Departements frei. Keystone

Daniela Diener war seit Oktober 2016 Sprecherin des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) des Aargaus. Ihre Aufgabe erledigte sie stets freundlich, kompetent und speditiv. Aus Sicht der Medien war sie das ideale Aushängeschild für das DGS.

Seit Dienstag ist Daniela Diener ihren Job los. Eine mit den Vorgängen im DGS vertraute Person sagt, Diener sei «ohne Vorwarnung gegangen worden». Und noch letzte Woche hatte Diener im persönlichen Gespräch mit einer Redaktorin des Regionaljournals gesagt, der Job im DGS gefalle ihr und sie wolle bleiben.

Stelle bereits neu besetzt

Am Dienstag verschickte Regierungsrätin und DGS-Vorsteherin Franziska Roth aber ein Mail an alle ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darin heisst es, Daniela Diener habe sich entschieden, sich beruflich zu verändern.

«Erfreulicherweise haben wir rasch eine Nachfolgeregelung gefunden», schreibt Franziska Roth weiter in ihrem internen Mail, das dem Regionaljournal vorliegt. Ab dem 1. Juli wird Barbara Bumbacher Leiterin der DGS-Kommunikation. Die gleiche Aufgabe erfüllt Bumbacher momentan bei den Psychiatrischen Diensten Aargau.

Wurde Daniela Diener nun entlassen, ohne Vorwarnung? Oder ging sie auf eigenen Wunsch? Aussage gegen Aussage; wer sagt die Wahrheit? Franziska Roth antwortet auf diese Frage: «Es geht nicht darum, ob jemand lügt oder nicht lügt. Ich denke, ich muss ja auch nicht alle Internas oder alle Inhalte von Gespräche offen legen. Es ist einfach eine Tatsache: Daniela Diener wird sich beruflich neu orientieren und deshalb hat sie das DGS verlassen.» Eine Freistellung sei in solche Fällen üblich, führt Franziska Roth weiter aus.

Versammlungen für die Mitarbeitenden

Aus dem Mail von Franziska Roth geht hervor, dass sie die DGS-interne Kommunikation umkrempeln will. Bis jetzt erhielten alle DGS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Monat einen Newsletter. Dieser wurde von der Kommunikationsabteilung verschickt und enthielt Informationen über Vorgänge im Departement. Das Editorial schrieben jeweils die Departementsvorsteherin oder der Generalsekretär.

Sie habe jetzt entschieden, dass «bis auf weiteres keine DGS-Newsletter mehr publiziert werden», teilte Franziska Roth am Dienstag ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit. Im Gespräch mit Radio SRF sagt Roth, sie setze mehr auf den persönlichen Kontakt.

Bei sehr wichtigen Themen möchte sie die mehrere hundert Mitarbeitenden im Saal des Grossratsgebäudes versammeln. «Das wäre eine Gelegenheit für mich, alle Mitarbeitenden zu sehen. Und auch untereinander treffen sich die Leute. Es arbeiten ja nicht alle am gleichen Ort.»

Auch nach aussen wolle sie mehr auf den direkten Kontakt setzen, zum Beispiel im Dialog mit den Gemeinden, so Franziska Roth. «Es ist mir sehr wichtig, dass die Gemeinden einbezogen werden.» Wenn ihr das gelingt, würde Roth eines ihrer Wahlversprechen umsetzen. Dort lautete die Kritik an ihrer Vorgängerin Susanne Hochuli immer, diese habe keinen guten Draht zu den Gemeinden im Aargau.