Gefängnis Deitingen: «Es war kein totaler Blackout»

Das modernste Gefängnis der Schweiz sorgte kürzlich gleich mit zwei Strompannen für Schlagzeilen. Die Rede war von Totalausfällen. Nun aber ist klar: Alles war halb so wild. Dennoch ergreift die Gefängnisleitung Massnahmen.

Blick von aussen durch den Stacheldrahtzaun auf das Gefängnisgebäude

Bildlegende: Im neuen Gefängnis in Deitingen hat man mit Stromausfällen zu kämpfen. Keystone

Zwei totale Stromausfälle innert weniger Tage – damit sorgte das neue Gefängnis im solothurnischen Deitingen für Schlagzeilen. Auch die Gefängnisleitung selber sprach von Totalausfällen bei den Pannen vom Donnerstag und vom Wochenende. Nun ist aber klar: Es waren keine Totalausfälle.

Der Strom fiel beide Mal nur teilweise aus, das hätten die Untersuchungen nun gezeigt. Vieles habe noch funktioniert, sagt Gefängnisdirektor Pablo Loosli auf Anfrage des Regionaljournals Aargau Solothurn von Radio SRF. Zum Beispiel: Bewegungsmelder im Innenhof, Brandmelder, Schliessung von Türen und Toren, Überwachung der Tore, Alarmübermittlung zur Einsatzzentrale der Kantonspolizei, etc.

Ursache: Defekter Schalter

Keinen Strom hätten die Telefone gehabt und auch das Personenschutz-System habe nicht funktioniert. Das Personenschutz-System ist ein Alarm-Knopf, den das Sicherheitspersonal auf sich trägt und in brenzligen Situationen auslösen könnte.

Mittlerweile haben die Techniker auch die Ursache der Pannen gefunden: Es ist ein Schalter, der eigentlich dafür sorgen sollte, dass es keine Stromausfälle gibt. Genau dieser Schalter war aber defekt. Am Sonntagabend wurde er nun ausgewechselt. Daneben kündigt die Gefängnisleitung weitere Massnahmen an.

«Wir werden das Personenschutz-System aufrüsten, so dass es unabhängig von der gesamten Stromversorgung funktioniert», sagt Gefängnisdirekter Pablo Loosli. Ausserdem werde man zusätzliche Generalschlüssel anschaffen, um Insassen bei Stromausfällen mechanisch einschliessen zu können.