«Häusliche Gewalt hat selten ein Happy End»

Der gedämpfte Lärm eines Ehestreites hallt durch ein leeres Treppenhaus. Ein verängstigtes Mädchen alarmiert die Polizei. Mit einem Kurzfilm will die Kantonspolizei Solothurn das Thema «Häusliche Gewalt» vermehrt an die Öffentlichkeit zerren.

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Häusliche Gewalt hat selten ein Happy End

2:51 min, aus Schweiz aktuell vom 20.2.2014

In jeder fünften Familie kommt Gewalt vor. Männer schlagen ihre Frauen, Frauen gehen mit Messern auf ihre Männer los, Kinder müssen alles mitansehen. Oft ist Alkohol im Spiel, und oft wissen Nachbarn, dass etwas nicht stimmt.

Die Fälle von häuslicher Gewalt nehmen zu. Fast 800 Mal ist die Solothurner Kantonspolizei 2013 deswegen ausgerückt. Im Aargau waren es 1000 Fälle im Jahr 2012, «und deutlich mehr im letzten Jahr», nimmt Mediensprecher Bernhard Graser die noch nicht veröffentlichten Zahlen voraus.

Einsätze hinter verschlossenen Türen

«Wir wollen, dass das Thema mehr aus den eigenen vier Wänden heraus an die Öffentlichkeit gezerrt wird», sagt Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei Solothurn. Deswegen hat die Solothurner Polizei einen siebenminütigen Kurzfilm zu häuslicher Gewalt produziert.

Auf der Internetseite der Kantonspolizei lässt sich der Film herunterladen. Kommandant Zuber hofft, dass sich der Film via Internet, Facebook, oder im Schulunterricht verbreitet, und dass vermehrt über häusliche Gewalt diskutiert wird.

Film soll sich im Internet verbreiten

Der Film beschönigt nicht. Wie in der Realität auch, muss die Polizei in der Filmgeschichte nach ein paar Wochen ein zweites Mal in dieselbe Wohnung ausrücken, Mann und Frau erneut trennen. Der Ausgang der Geschichte bleibt offen. Polizeikommandant Thomas Zuber: «Häusliche Gewalt hat selten ein Happy End».

Im Kanton Solothurn sind 75 Prozent der Täter bei häuslicher Gewalt Männer, in 25 Prozent werden Frauen laut und schlagen zu. Bei einem Einsatz sei es allerdings oft schwierig zwischen Opfer und Täter zu unterscheiden, meint Zuber, die Fälle seien selten schwarz-weiss.