Heftige Kritik am potentiellen Endlager-Standort Däniken

Der Gemeindepräsident von Däniken wehrt sich mit klaren Worten gegen die Idee, in Däniken Oberflächenanlagen für ein atomares Tiefenlager zu bauen. Am Samstag hatte die Regionalkonferenz Jura-Süd den Standort Däniken widerwillig zur weiteren Prüfung vorgeschlagen.

Die Wortwahl des Däniker Gemeindepräsident Gery Meier ist deutlich: «In Däniken wird es keine Oberflächenanlagen geben und im Jurasüdfuss auch kein Tiefenlager», heisst es in einer Mitteilung vom Sonntag. Und weiter: «Da können die Verantwortlichen noch so viele Gutachten in Autrag geben, Abklärungen treffen und Steuergelder verschwenden.»

Der Grund für diesen schriftlichen Wutausbruch: Am Samstag hatte die Regionalkonferenz Jura-Süd den Standort Kiesgrube Däniken als einzigen möglichen Standort für Oberflächenanlagen zum künftigen Tiefenlager vorgeschlagen. Die Nagra muss diesen Standort nun weiter prüfen, so will es das Sachplanverfahren. Bereits in der Regionalkonferenz war der Standort-Vorschlag aber heftig umstritten.

«  Es wird kein Tiefenlager geben im Jurasüdfuss. »

Gery Meier
Gemeindepräsident Däniken

Grundsätzlich sei nämlich überhaupt kein Standort in der Region für solche Verladestationen für Atom-Müll geeignet, hiess es an der Versammlung am Samstag. Die Regionalkonferenz soll die Bevölkerung repräsentieren im Verfahren für die Suche nach einem möglichen Tiefenlager für radioaktive Abfälle. Däniken sei der am «wenigsten schlechte Standort», hatte die Regionalkonferenz am Samstag erklärt und deshalb diesen Standort zur weiteren Prüfung vorgeschlagen.

Alle Standorte in der Region sind ungeeignet

Auch der Däniker Gemeindepräsident Gery Meier ist nicht überrascht über diesen Entscheid, wie es in der Mitteilung vom Sonntag weiter heisst. «Die Fachleute sagen nichts anderes, als dass alle geprüften Standorte in der Region Jura-Südfuss ungeeignet sind.» Auch der Standort in Däniken stehe auf dem Grundwasserstrom des Niederamts und sei deshalb abzulehnen.

Die Grundwasserfassung in Däniken werde vielleicht sogar noch ausgebaut, damit künftig auch Schönenwerd und Gretzenbach mit Wasser versorgt werden könnten nach dem Bau des neuen Eppenbergtunnels der SBB. Es bestehe deshalb eine grosse Gefahr, dass dieses Grundwasser verunreinigt werden könne.

Das ganze Verfahren sei grotesk, hält der Gemeindepräsident weiter fest. «Wir reden schon über ungeeignete Oberflächenanlagen, obwohl noch nicht klar ist, wo das zukünftige Tiefenlager für radioaktive Abfälle hinkommen wird. Dieses Vorgehen ist nach wie vor weder nachvollziehbar noch zielführend.»

Standort-Entscheid frühestens 2015

Tatsächlich entscheidet der Bundesrat wohl erst 2015 darüber, wo das Tiefenlager überhaupt gebaut werden könnte. Neben der Region Jura-Südfuss sind auch die Regionen Bözberg und Nördlich-Lägern im Gespräch. Im Gegensatz zum Jura-Südfuss könnten dort gemäss Nagra auch hoch-radioaktive Abfälle gelagert werden.

Die Region Jurasüdfuss wäre nur für schwach- und mittelaktive Abfälle geeignet. Ein Argument mehr gegen das Endlager, findet der Däniker Gemeinderat. Es mache keinen Sinn, zwei atomare Tiefenlager zu bauen in der Schweiz.

«Zustimmung zum Endlager»

Der Verein KAAZ (Kein Atommüll im Ballungsgebiet Aarau-Zofingen) kritisiert den Entscheid der Regionalkonferenz scharf. Der Vorschlag, den Standort Däniken zu prüfen, sei ein «bedeutendes Signal nach Bern». Die Nagra könnte den Entscheid so interpretieren, dass die Bevölkerung einem Atommülllager zustimmten, schreibt der Verein in einer Mitteilung.