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Hochhäuser im Aargau Der Aargau wächst in die Höhe

Der Hochhaus-Boom hat auch das Mittelland erreicht. Von Aarau bis Zofingen sind Projekte geplant. Mit dem Architektur-Journalisten Palle Petersen der Zeitschrift Hochparterre geht das Regionaljournal den wichtigsten Fragen nach.

Keine Notwendigkeit: Hochhäuser sind immer gewollt. Sie sind nicht unbedingt nötig um die gewollte Verdichtung zu erreichen, erklärt Petersen. Die Innenstädte von Paris oder Barcelona seien viel dichter verbaut als etwa Suhr. Dies zeigt: Es würde auch ohne gehen.

Gründe für Hochhäuser: Auf der einen Seite sind es die Gemeinden, die damit einen Akzent setzen wollen. Sie können so etwa signalisieren, dass sie modern und urban sind. Auf der anderen Seite sei der Ertrag mit Hochhäusern höher als mit anderen Gebäuden, so Petersen im Gespräch mit SRF.

Stadionfinanzierung: In Aarau sollen die drei Hochhäuser das neue Fussballstadion quersubventionieren. Palle Petersen hält dies für sinnvoll. Früher haben Shoppingcenter Stadien finanziert. Der Onlinehandel mache dieses Modell aber weniger realistisch, so Petersen. Wohnraum werde dagegen gerade in Zentren gebraucht.

Rentable Hochhäuser: Allerdings sind nicht alle Hochhäuser ein finanzieller Erfolg. Sie brauchen eine gewisse Grösse. Typisch seien 60 bis 80 Meter hohe Hochhäuser, so Petersen. Darunter brauche es viele Investitionen, zum Beispiel in den Brandschutz. Kosten, die sich erst ab einer gewissen Höhe lohnen. Über 80 Meter braucht es dagegen zum Beispiel weitere Lifts.

Mehr Hochhäuser = mehr Probleme?: Für Palle Petersen darf man die sozialen Probleme, welche es häufig in Hochhausvierteln gibt, nicht mit den Bauten an sich gleichsetzten. Dies sei ein Problem des Inhalts. Sprich: Ein Hochhausquartier muss attraktiv sein, etwa mit Restaurants oder Kinos. Hochhäuser dürften nicht einfach billiger Wohnraum sein.

Hochhäuser sind hip: Tatsächlich könne man dies auch bei den neuen Hochhaussiedlungen in den Innenstädten beobachten. Es seien oft die teuersten, beliebtesten und rentabelsten Wohnungen, so Petersen. Deshalb glaubt der Journalist auch, dass etwa die geplanten Hochhäuser in Aarau keine Sozialgettos werden, eher im Gegenteil, findet der Experte.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Wohnhochhäuser: Will das die Bevölkerung wirklich? Ist die Akzeptanz von Wohnhochhäusern und dem verdichteten Bauen wirklich gestiegen, oder wird hier aus der Wohnungsnot in den Agglomerationen schnell eine Tugend gemacht?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Wer eine baldige 10'000'000-Bevölkerung längst nicht als Endziel sieht und jegliche härtere Migrations-Politik verdammt, kommt nicht um vermehrte Hochhaus-Siedlungen oder noch mehr verdichtetes Bauen herum! Wer in einem Einfamilienhaus wohnt, wird in den "rot/grünen" Kreisen zum "roten Tuch" und von den Einwanderungsbefürwortern gehasst, wie der Teufel das Weihwasser hasst! Wie sich die Menschen in den eingepfärchten Grossagglomerationen fühlen, interessiert die Globalisierer nicht!
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