«Il Trovatore» der Oper Schenkenberg begeistert das Publikum

Eine eigenwillige Inszenierung und eine aufwändige Produktion: Die Verdi-Arena in Schinznach war am Dienstagabend zur Première gut gefüllt. Das Publikum zeigte sich nach der Oper «Il Trovatore» aus verschiedenen Gründen zufrieden.

Schauspieler und Sänger auf einer nachgebauten Brooklyn Bridge, ein riesiges Bühnenbild im Rost-Look.

Bildlegende: Die Brooklyn Bridge in New York bildet die Kulisse für Verdis «Il Trovatore» in Schinznach. SRF

200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, über 60 Orchester-Musiker, fast 70 Laien-Sängerinnen im Chor, internationale Solisten, dazu profesionelle Techniker, Bühnenbildner und so weiter: Ein riesiges Team fieberte der Première von «Il Trovatore» entgegen. Am Dienstag startete die erste von zwölf Aufführungen der Oper Schenkenberg.

Nach der Verdi-Oper zeigt sich das Premièrenpublikum sehr zufrieden. Gelobt wird insbesondere die eigenwillige Inszenierung: Die Verdi-Oper spielt in den USA der 20er-Jahre und erzählt die Geschichte von Mafia-Kriegen in amerikanischen Grossstädten. «Ich bin etwas konservativ, mir hätte eine Aufführung näher am Original noch besser gefallen. Aber das ist wirklich keine Kritik, es war tiptop», meinte ein Besucher nach der Oper gegenüber Radio SRF.

Viel Applaus für Hauptrolle der Leonora

Besonders gefiel dem Publikum die amerikanische Solistin Mary Elizabeth Williams. Sie spielte die Rolle der umworbenen Leonara und erntete am meisten Applaus in der nicht ganz ausverkauften Premiere. Auch der koreanische Solist Tito You wurde mit viel Applaus belohnt.

Die Solisten haben überzeugt, auch wenn ihr Auftritt auf der riesigen, fast 30 Meter breiten Bühne nicht ganz einfach ist. Im Vergleich zum 70-köpfigen Chor müssen die Solisten viel leisten, um auf der Grosskonstruktion nicht verloren zu wirken, so der Eindruck des Regionaljournals nach der Aufführung.

Tolle Ambiance, schwierige Geschichte

Die Verdi-Arena in Schinznach ist ein imposantes Bauwerk, das zwischen den Gewächshäusern eines Gartencenters steht. Die Konstruktion aus rostigem Stahl, schmutzigen Scheiben und Holz beeindruckte offenbar. Ein Besucher aus Deutschland meinte: «Ich kann nicht sagen, was mir besonders gefällt. Es ist die Gesamtleistung, die es zu würdigen gilt. Und es ist eine einmalige Ambiance.»

Kritik gibt es nach Verdis «Il Trovatore» vor allem an der Oper selber. Die Geschichte des «Troubadours» ist für Laien nicht ganz einfach zu verstehen. «Es war schön, aber ein bisschen kompliziert», konstatiert eine Besucherin. Daran hat offenbar auch die modernere Inszenierung nichts ändern können.

Die Oper Schenkenberg läuft bis Ende August 2013. Sie wird unter anderem grosszügig aus dem kantonalen Swisslos-Fonds unterstützt und verfügt über ein Millionen-Budget.

Premièrenkritik

Eine ausführliche Premièrenkritik folgt im Laufe des Tages und um 17.30 Uhr im Regionaljournal Aargau Solothurn auf SRF1.