In Riedholz steuert künstliche Intelligenz das Stromnetz

In der solothurnischen Gemeinde Riedholz wird in einem 18-monatigen Test untersucht, wie sich der Energiefluss in einem Stromverteilnetz durch künstliche Intelligenz optimieren und steuern lässt. Damit sollen ein teurer Netzausbau minimiert und Stromkosten gesenkt werden.

Das Testfeld für die sogenannte GridSense-Technologie erstreckt sich auf rund 40 Einfamilienhäusern und Wohnungen. Im Test wird untersucht, wie GridSense die grossen Stromverbraucher wie Wärmepumpen, Boiler, Hausbatterien und Ladestationen für Elektrofahrzeuge steuert und gleichzeitig Messdaten von Photovoltaikanlagen für den optimalen Netzbetrieb einbezieht.

Trafostation von Innen

Bildlegende: Weniger Handarbeit, mehr künstliche Intelligenz: Testbetrieb im Stromverteilnetz von Riedholz. Keystone (Symbolbild)

GridSense soll dafür sorgen, dass das Stromnetz stets optimal ausgelastet ist. Die Technologie soll auch den Eigenverbrauch der Kunden optimieren. So soll gesteuert werden, dass der selbst erzeugte Strom aus Photovoltaikanlagen entweder im eigenen Haus oder innerhalb des Quartiernetzes verbraucht wird.

Hinter dem Projekt SoloGrid stehen die vier Unternehmen Adaptricity, AEK, Alpiq und Landis+Gyr sowie der Kanton Solothurn. Das Projekt wird vom Bundesamt für Energie als Leuchtturmprojekt gefördert und vom Kanton Solothurn finanziell unterstützt.

Erneuerbare Energien optimieren

Hintergrund der Bemühungen, eine stabile Energieversorgung garantieren zu können, sind laut einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag Befürchtungen, dass der Trend hin zu erneuerbaren Energien längerfristig vermehrt zu Schwankungen und unregelmässigen Belastungsspitzen im Stromnetz führen wird.