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Aargau Solothurn Interesse am Hausarzt-Beruf steigt

Seit mehreren Jahren kämpfen die Kantone Aargau und Solothurn gegen den drohenden Mangel an Hausärzten. Mit verschiedenen Massnahmen versucht man junge Ärzte für den Beruf Hausarzt zu motivieren. Unter anderem beteiligen sich die Kantone an den Ausbildungskosten.

In den Kantonen Aargau und Solothurn ist man mit dem Finanzierungsmodell zur Hausarzt-Ausbildung zufrieden.
Legende: In den Kantonen Aargau und Solothurn ist man mit dem Finanzierungsmodell zur Hausarzt-Ausbildung zufrieden. Keystone (Symbolbild)

Bis Ende der 90er Jahre wurden Hausärzte ausschliesslich an der Universität und in den Spitälern ausgebildet. Dann kamen im Aargau erste Hausarzt-Praxen auf die Idee, jungen Ärzten eine Praktikumsstelle anzubieten. Damals mussten sie die Kosten aber selber tragen.

2006 schlugen die kantonalen Gesundheitsdirektoren vor, dass die Kantone künftig die Praktika teilweise mitfinanzieren. «Der Aargau war ein Pionier, einer der ersten Kantone, die diese Empfehlung umgesetzt haben», sagt Kantonsarzt Martin Roth gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

15 ehemalige Praktikanten haben nun eine Hausarzt-Praxis

Seit 2008 übernimmt der Kanton Aargau 75 Prozent der Praktikumskosten für angehende Hausärzte. Jährlich macht dies rund eine Million Franken aus. Für die restlichen Kosten kommen die Hausarztpraxen auf.

Seit der Einführung dieses Finanzierungsmodells wurden 80 angehende Hausärzte im Aargau als Praktikanten angestellt, 15 davon haben in der Zwischenzeit eine Hausarztpraxis übernommen oder neu eröffnet. Laut Kantonsarzt Martin Roth sei es aber schwierig, den Erfolg in absoluten Zahlen zu messen.

«Wir haben keinen Vergleich, auch nicht mit den anderen Kantonen, diese haben noch keine Zahlen präsentiert», so Roth. Ausserdem würden in den nächsten Jahren bestimmt noch mehr Praxen von ehemaligen Praktikanten hinzukommen. «Von den 80 bisherigen Praktikanten sind immer noch viele in der Weiterbildung und dürfen noch gar keine Praxis eröffnen».

Kanton Solothurn zahlt noch mehr als der Aargau

Auch im Kanton Solothurn zeigt man sich sehr zufrieden mit dem Finanzierungsmodell. «Es ist eine sehr gute Motivationsförderung und ein gutes Rekrutierungsinstrument», sagt Christian Rohrmann, Co-Präsident des Vereins Hausärzte Solothurn auf Anfrage.

Der Kanton Solothurn übernimmt gar 80 Prozent der Praktikumskosten, ebenfalls seit 2008. Laut Rohrmann nahmen bereits 35 junge Ärzte und Ärztinnen am Programm teil. Seinen Schätzungen zufolge sind etwa 60 Prozent davon inzwischen Hausärzte. Exakte Zahlen gebe es aber noch nicht.

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