Kanti Solothurn wird Kompetenz-Zentrum für «Geo-Daten»

Die Kantonsschule Solothurn erhält am Freitag, 30. August, offiziell den Titel «Digital Earth Centre of Excellence Switzerland». Verliehen wird der Titel von der Europäischen Kommission. Die Kanti Solothurn wird eines von total 14 europäischen Kompetenz-Zentren, als eine der wenigen Schulen.

Ab dem 30. August gilt die Kantonsschule Solothurn offiziell als «Digital Earth Centre of Excellence Switzerland», kurz Kompetenz-Zentrum für Geo-Daten. 14 solche Zentren gibt es, darunter sind praktisch nur Universitäten. Eine Grundschule ist mit dabei, und als einzige Kantonsschule europaweit die Kanti Solothurn.

Portrait Raymond Treier und Bernhard Marti

Bildlegende: Raymond Treier (links), Initiant des Geodaten-Unterrichts, und Bernhard Marti, Geographielehrer an der Kanti Solothurn. SRF

Initiant Raymond Treier und Mitorganisator Bernhard Marti, beides Geographielehrer, freuen sich über die Auszeichnung. «Wir sind schon lange im Thema drin, und unterrichten Geographische Informationssysteme an der Kantonsschule schon länger. Wir haben gute Kontakte zu europäischen Geographielehrern. Die staunen meist, was für Möglichkeiten wir haben», so Raymond Treier gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Schweizer Radio SRF.

«Ein Alltag ohne Geo-Daten ist unvorstellbar»

Die Kantonsschule unterrichtet alle 17 Klassen im Fach Geographie mit Geographischen Informationssystemen. Eigentlich könne man die Systeme, kurz «Gis», einfach erklären, sagt Bernhard Marti: «Ohne Gis könnte man keine SMS empfangen. Im Hintergrund läuft nämlich ein solches Informationssystem, welches Punktkoordinaten zuordnet.» Das fasziniere die Schüler häufig: Geo-Daten gehören unterdessen nämlich zum Alltag.

In Kursen und Intensiv-Laborwochen unterrichtet die Kantonsschule das Fachgebiet. Die Schüler seien sehr interessiert, so Bernhard Marti gegenüber dem Regionaljournal. Die Mädchen und Jungs seien talentiert, spezielles Vorwissen brauche man nicht für den Umgang mit Geo-Daten. Die Schüler untersuchen Fragen wie zum Beispiel «Wie sind die Hänge in Balm-Günsberg ausgerichtet», «Wie sieht die Vielfalt der Bäume in Langendorf aus» oder «Wo sind die Pflanzen, welche nicht heimisch sind, angesiedelt».

Win-Win-Situation?

Die Kantonsschule könne mit Hilfe von Geo-Daten-Analysen auch praktische Fragen aus der Wirtschaft und von Behörden beantworten, so der Initiant des Kompetenz-Zentrums, Raymond Treier. Viele Fragestellungen können Schüler durchaus kompetent und günstig lösen, viel günstiger als professionelle Gis-Büros, so Treier.

Die Schule wiederum könne den Profi-Büros dank den teuren Computer-Programmen bei der Lehrlingsausbildung helfen, ist der Geographielehrer überzeugt. Finanziert wird das Kompetenz-Zentrum unter anderem mit rund 40 Sponsoren.