Kanton Solothurn kämpft praktisch erfolglos gegen Exoten

Exotische Pflanzen bedrohen immer mehr einheimische Pflanzen und Tiere. Auch im Kanton Solothurn versucht man mit viel Aufwand, diese Neophyten unter Kontrolle zu bekommen. Der Erfolg bleibt klein.

Ambrosia-Pflanze

Bildlegende: Die Pflanze Ambrosia kommt aus Nordamerika. Die Pollen verursachen starke Allergien. Keystone

Ambrosia ist der bekannteste Neophyt in der Schweiz. Sie ist die schädlichste Exotin in der Schweiz und muss überall gerodet werden. Aber auch Essigbäume und amerikanische Goldruten zum Beispiel dürfen seit Herbst 2008 nicht mehr gehandelt und gepflanzt werden. Der Bund empfiehlt auch auf den weit verbreiteten Kirschlorbeer zu verzichten. Wie alle Exoten verdrängt er einheimische Pflanzen und Tiere aus deren Lebensraum. Das Problem ist erkannt, die Lösung schwierig.

Sind die Neophyten erst mal da, bringt man sie kaum noch weg.

Der Kanton Solothurn hat eben erst ein neues Inventar erstellt. Darin sind bis jetzt 6'000 Neophytenstandorte vermerkt. Die Fachleute gehen aber davon aus, dass es am Ende beinahe doppelt so viele sein werden. Dies schreibt die Solothurner Regierung in der Antwort auf einen Vorstoss der CVP.

Die CVP wollte wissen, was der Kanton konkret gegen exotische Pflanzen unternimmt, was dies kostet und nützt. Die ernüchternde Antwort, frei zusammengefasst: das Thema ist auf dem Radar, die Bekämpfung ist arbeitsintensiv, teuer und bringt wenig.

Schwerpunkte setzen und sensibilisieren

Um überhaupt etwas erreichen zu können, setzt der Kanton Schwerpunkte. Bei Renaturierungen etwa wird besonders genau hingeschaut, dort werden Neophyten sofort gerodet und fachgerecht entsorgt. Ansonsten sollen die Bauern auf ihren Feldern acht geben, die Förster in den Wäldern und jeder einzelne in seinem Garten. Der Kanton setzt dabei auf Präventionsarbeit mit Broschüren.

Genaue Zahlen stehen nicht zur Verfügung. Die Solothurner Regierung spricht jedoch von bis zu 650'000 Franken, die jährlich für die Bekämpfung von exotischen Pflanzen aufgewendet werden. Und trotz des grossen Aufwandes ist klar: ausrotten wird man die Neophyten nicht können.