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Kanton Solothurn Regierung lenkt ein: Weniger Checks an Schulen

  • Um die Leistungen der Schüler von Schule zu Schule und von Kanton zu Kanton vergleichen zu können, gibt es wissenschaftliche Überprüfungen.
  • Im Kanton Solothurn wurde die Kritik an dieser «Test-Industrie» immer lauter: Die Checks und Überprüfungen seien zu teuer und der Nutzen zu gering.
  • Die Regierung gibt dem Druck jetzt nach. Sie will sich für weniger Tests einsetzen, hat sie am Dienstag beschlossen.

SVP-Kantonsrat Beat Künzli sind die vielen Checks an den Solothurner Schulen schon länger ein Dorn im Auge. Da werde viel Geld verschleudert, kritisiert er. Es geht um Tests wie beispielsweise den «P3», den Primarschüler der dritten Klassen machen müssen.

Von der Bildungskommission des Kantonsrats erhielt Künzli kürzlich Unterstützung. Sein Auftrag für weniger Überprüfungen an den Schulen wurde über die Parteigrenzen hinweg klar und deutlich angenommen.

Die Regierung hatte bislang das System verteidigt. Die Checks seien wichtig, um die Leistungen der Schüler zwischen Schulen und Kantonen vergleichen zu können. Das System sei noch neu, Änderungen noch nicht angebracht.

Nach dem klaren Verdikt der Bildungskommission lenkt die Regierung nun aber ein. Nachdem sie den Auftrag von Beat Künzli bislang abgelehnt hatte, beschloss sie am Dienstag, sich nicht mehr gegen die Forderung zu wehren.

Geläuterte Regierung

In ihrer Stellungnahme gibt sich die Regierung selbstkritisch: Die eindeutige Haltung der Bildungskommission «zeigt mit aller Deutlichkeit, dass es uns bisher nicht gelungen ist, fachlich differenziert Sinn und Zweck der verschiedenen 'schulischen Überprüfungen' erklären zu können oder damit politisch Gehör zu finden», gibt die Regierung zu.

Sie verspricht, sich nun auf interkantonaler Ebene dafür einzusetzen, dass der Aufwand für Vergleichs-Tests reduziert wird. Von der Überprüfung der Grundkompetenzen wolle man sich «so weit wie möglich verabschieden», schreibt die Regierung. «Ebenso werden wir keine kantonale Sonderauswertung zu den PISA-Tests mehr einfordern, weil damit der kantonale Prüfaufwand erhöht wird».

S3 beibehalten?

Eher nicht abschaffen will die Regierung den Check S3 an der Oberstufe. Dieser diene als Abschlusszertifikat der Volksschule, gibt sie zu bedenken. Bei der Volksabstimmung zur Sek I-Reform sei das ein wesentliches Argument gewesen – insbesondere für die Wirtschaft.

Kritiker monieren, der Check S3 komme zu spät. Um eine Lehrstelle zu erhalten müssten die Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit bereits andere Tests absolvieren.

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