Keine Öko-Busse mehr in Brugg

Nach fünf Jahren beendet das Transportunternehmen Postauto in der Region Brugg den Versuchsbetrieb mit Hightech-Bussen, die Wasserstoff als Energiequelle nutzen. Die Bilanz des Versuchs fällt zwar positiv aus, dennoch seien Betrieb und Unterhalt der Wasserstoffbusse aktuell noch zu teuer.

Der Versuch mit den Wasserstoff-Postautos laufe Ende Jahr aus, teilt das Transportunternehmen am Donnerstag mit. Seit 2011 stehen bis zu fünf Brennstoffzellen-Postautos im Linienbetrieb. Der Probelauf war von Beginn an auf fünf Jahre angesetzt.

Postauto

Bildlegende: Das Brennstoffzellen-Postauto ist in der Region Brugg nur noch bis spätestens Frühling 2017 unterwegs. zvg

Beliebt und umweltfreundlich

Die Verantwortlichen von Postauto ziehen eine positive Bilanz. Die Brennstoffzellen-Postautos seien bei den Fahrgästen und beim Fahrpersonal beliebt. Die fünf baugleichen, elektrisch angetriebenen Busse von Mercedes-Benz würden durch ihre ruhige und ruckfreie Fahrweise auffallen.

Die Busse werden ausschliesslich mit Wasserstoff betankt. In den Brennstoffzellen, die sich auf dem Dach des Fahrzeugs befinden, wird der Wasserstoff in elektrische Antriebsenergie für zwei Radnabenmotoren umgewandelt. Der Bus fährt elektrisch und stösst reines Wasser aus.

In der Region Brugg legten die fünf Brennstoffzellen-Postuatos bis anhin insgesamt 1,2 Millionen Kilometer zurück. Damit wurde ein Ausstoss von 1500 Tonnen CO2 vermieden.

Zu teuer für den Serienbetrieb

Das Ende des Projekts in Brugg bedeutet gemäss Postauto nicht, dass man sich endgültig von der Wasserstoff-Technologie verabschiedet. Allerdings fehle den Postautos mit dieser Antriebstechnik nach wie vor die Serienreife, heisst es. Das habe den Entscheid begünstigt, den Probebetrieb nicht zu verlängern.

Auf Anfrage des SRF-Regionaljournals präzisiert Postauto zudem, dass Betrieb und Unterhalt der Wasserstoff-Postautos schlichtweg zu teuer sind: «Pro Kilometer kostet ein Wasserstoff-Postauto drei bis vier Mal mehr als ein herkömmliches Dieselfahrzeug.»

Das Ziel bleibe dennoch, langfristig unabhängig von fossilen Treibstoffen zu werden. Postauto macht nach eigenen Angaben auch gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Diesel-Hybridfahrzeugen. Ab dem kommenden Winter will Postauto zudem in den Kantonen Bern und Obwalden zwei Elektrobusse testen.

Erste Wasserstofftankstelle

Ungewiss ist die Zukunft der ersten Schweizer Wasserstofftankstelle für Busse in Brugg. Das Transportunternehmen investierte zwei Millionen Franken in die Anlage. Gespräche mit Partnern hätten stattgefunden, Entscheide seien noch keine gefallen, heisst es.

Die Hightech-Postautos sind noch bis spätestens Frühjahr 2017 unterwegs und werden schrittweise ersetzt. Die Fahrzeuge sollen laut Auskunft des Unternehmes anschliessend verkauft werden.