Kindergarten-Löhne: Regierung hält an gestaffelter Erhöhung fest

Die Löhne der Aargauer Kindergärtnerinnen sollen etappenweise angeglichen werden an jene der Primarlehrpersonen. Die Aargauer Regierung bleibt bei ihrem Vorschlag, obwohl es Kritik gab in der Anhörung. Die Kindergärtnerinnen sollen aber ein Zückerchen erhalten.

Puppen.

Bildlegende: Die Aargauer Kindergärtnerinnen erhalten Lohnnachzahlungen. Keystone

Die Gewerkschaft VPOD und der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband kritisierten die etappenweise Anpassung der Kindergärtnerinnen-Löhne. Sie wehrten sich in der Anhörung gegen diese Staffelung. Der Regierungsrat hält jedoch daran fest.

In der Botschaft an den Grossen Rat zeigt die Regierung auf, wie sie vorgehen will bei der Anpassung der Löhne. Die Botschaft wurde am Donnerstag veröffentlicht. Darin steht: Die Kindergärtnerinnen sollen ab 2018 im ersten Dienstjahr einen Lohn von 77'680 Franken gegenüber bisher 71'330 Franken erhalten. Für den Kanton und die Gemeinden bedeutet dies einen jährlichen Mehraufwand von 9,4 Millionen Franken.

Rückwirkend mehr Lohn

Der Regierungsrat möchte auch der Forderung nach einer rückwirkenden Nachzahlung gerecht werden. Deshalb schlägt er vor, allen Kindergärtnerinnen rückwirkend per 1. August 2011 die Differenz zum mittleren Marktlohn zu erstatten. Und zwar zum mittleren Marktlohn der Kantone Bern, Basel-Landschaft, Luzern, Zürich und Basel-Stadt. Dies kostet den Kanton und die Gemeinden weitere 12,5 Millionen Franken.

Der Grosse Rat wird voraussichtlich im September über die Löhne der Kindergärtnerinnen und über die rückwirkende Nachzahlung beraten.

Die Vorgeschichte

Das Aargauer Verwaltungsgericht hatte im Januar 2014 eine Lohnbeschwerde der Kindergärtnerinnen gutgeheissen. Es entschied, dass die Löhne neu festgelegt werden müssen. Sie seien diskriminierend. Bisher wurden sie aufgrund einer Arbeitsplatzbewertung festgelegt. Weiter wurden der frühere und der marktübliche Lohn berücksichtigt.