Kleine Regionalpolizeien im Aargau unter Druck

Die Regionalpolizei Spreitenbach ist bereits Geschichte. Bald könnte auch die Repol Seetal in einer grösseren aufgehen. Und nun will auch die Polizei Limmat-Aare-Reuss fusionieren. Die kleinen Regionalpolizeien im Aargau geraten unter Druck, weil der Kanton mehr von ihnen verlangt.

Am Freitag wurde bekannt, dass die Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss mit der Stadtpolizei Baden fusionieren will. In Baden ist sie willkommen. Geplant ist die Fusion für Anfang 2016.

Die Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss (LAR) ist für vier Gemeinden zuständig: Gebenstorf, Turgi, Untersiggenthal und Würenlingen. Die Polizei besteht aus sieben oder acht Personen, je nachdem, ob gerade alle Stellen besetzt werden können oder nicht. «Das Soll wäre acht», seufzt Marlène Koller vielsagend.

Polizistin von hinten.

Bildlegende: Schwierige Situation für kleine Regionalpolizeien. Keystone

Sieben Polizisten sind zu wenig

Marlène Koller ist Gemeindeammann von Untersiggenthal und Vorsitzende des Führungsorgans LAR. Der Grund, weshalb ihre Repol in Baden angeklopft hat, ist einfach: «Weil wir einfach eine zu kleine Organisation sind», sagt Koller dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Vor einigen Jahren konnte eine siebenköpfige Regionalpolizei im Aargau noch existieren. Der Kanton hat aber neue Vorgaben gemacht, die mit einer so kleinen Truppe nicht mehr zu erfüllen sind. Beispielsweise darf ein Polizist nicht mehr alleine ausrücken, auch nachts braucht es mindestens zwei. «Diese Vorgaben machen einen Arbeitsplan sehr schwierig, wenn man nur so wenige Leute hat», klagt Koller.

Nicht die erste Fusion

Die Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss ist nicht die erste, die fusioniert. Auf den 1. Januar 2013 hin hat sich bereits die kleine Repol Spreitenbach mit jener von Wettingen zusammengeschlossen. Und aktuell ist eine Fusion zwischen der kleinen Repol Seetal mit jener von Lenzburg geplant. Im Herbst finden dazu Gemeindeversammlungen statt.

Auch die Repol Seetal musste erkennen, dass sieben Polizisten für einen Pikett-Dienst rund um die Uhr nicht mehr reichen. «Eine gewisse Grösse braucht eine Regionalpolizei, damit sie die Aufgaben, die der Kanton stellt, erfüllen kann», sagt René Lippuner. Der Präsident des Verbands der Aargauer Regionalpolizeien beziffert die kritische Korps-Grösse mit 13.

Flurbereinigung abgeschlossen?

Kommen alle Fusionen zustande, und davon ist derzeit auszugehen, wird es im Kanton Aargau noch 15 Regionalpolizeien geben. Verbands-Präsident Lippuner geht davon aus, dass die Flurbereinigung damit zu Ende ist und alle verbliebenen Korps genug gross sein werden, um zu funktionieren.

Für Marlène Koller, die politische Chefin der Repol Limmat-Aare-Reuss und SVP-Grossrätin, zeigt die ganze Fusionitis, dass eine Einheitspolizei halt doch besser gewesen wäre. Eine Einheitspolizei steht allerdings derzeit im Aargau nicht zur Diskussion.

Die jetzige Polizeiorganisation im Aargau mit der Kantonspolizei und mehreren kommunalen Regionalpolizeien wurde 2007 rechtlich verankert. Eine Überprüfung hatte später ergeben, dass es zwar Kompetenzstreitigkeiten und Doppelspurigkeiten zwischen Kapo und Repols gibt, dass der entstehende Koordinationsaufwand aber niedrig ist und die duale Polizeiorganisation grundsätzlich funktioniert.

(Regionaljournal Aargau Solothurn 17:30 Uhr)