Kleines Fischsterben im Solothurner Inkwilersee

Im kleinen Inkwilersee auf der Grenze der Kantone Solothurn und Bern sind wieder tote Fische entdeckt worden. Die Fische starben an Sauerstoffmangel im See. Das Fischsterben hält sich aber in Grenzen und die Auswirkungen eines Unfalls mit Abwasser, das in den See gelangte, sind wohl nur klein.

Tote Fische treiben im See

Bildlegende: Schon 2009 kam es im Inkwilersee zu einem Fischsterben, damals aber weitaus schlimmer als heute. zvg

Der Inkwilersee sei ein problematisches Gewässer, heisst es bei der Abteilung für Gewässerschutz des Kantons Solothurn auf Anfrage. Es komme immer wieder vor, dass die Sauerstoffkonzentration im Wasser zu tief falle und deswegen Fische verenden.

Vor allem wenn es längere Zeit heiss ist und das Wasser sich dadurch zu stark erwärmt droht diese Gefahr. Wenn zusätzlich, so wie in den letzten Tagen, noch starker Wind dazu kommt, erhöht sich das Risiko weiter.

Starker Wind durchmischt die einzelnen Schichten des Sees: «Dann gelangt sauerstoffarmes Wasser vom Seegrund an die Oberfläche und für die Fische wird es dann schwierig Wasser mit genügend Sauerstoff zu finden», erklärt Philipp Staufer, der Leiter der Abteilung Gewässerschutz.

Unfall mit Toitoi-WCs eher unwichtig

Das Fischsterben, von dem verschiedene Medien berichtet haben, hält sich aber in Grenzen. Das Amt für Umwelt hat die Situation am See inspiziert und hält fest, dass das aktuelle Fischsterben nicht vergleichbar sei mit jenen von 2009 oder 2011. «Wir sprechen von einigen Dutzend toten Fischen», sagt Staufer. Diese Fische seien eindeutig erstickt und nicht an den Folgen anderer Gifte gestorben.

Da am Wochenende nach dem Openair in Etziken aus Versehen Abwasser aus einigen Toi-Toi-WCs in den See gelangte, wurde in den Medien spekuliert, dass das Fischsterben dadurch ausgelöst wurde. Das sei aber eher unwahrscheinlich hält Staufer fest.

Die chemischen Stoffe in den Toi-Toi-WCs seien nicht toxisch für die Umwelt. Natürlich werde durch solches Abwasser der Sauerstoffgehalt im See weiter reduziert, aber das treffe wohl nur auf das Mündungsgebiet zu: «Dort wird es dadurch schon Schäden an der Fauna geben. Einen Zusammenhang mit den toten Fischen im Rest des Sees besteht aber kaum», meint Philipp Staufer.