Lostorf streicht Geschenke für Einwohner – aber nicht alle

Bisher bezahlte die Gemeinde für den Besuch beim Kieferorthopäden und hat auch einen aussergewöhnlich hohen Zins gewährt, wenn jemand die Steuern früh bezahlte. Damit ist nun Schluss, hat die Gemeindeversammlung entschieden.

Zahnspange.

Bildlegende: Die Gemeinde zahlt die Zahnspange nur noch, wenn eine Person oder eine Familie wenig verdient. Keystone

Die Kasse der Gemeinde Lostorf ist leer. Seit Jahren schreibt sie rote Zahlen. Deshalb stellt sich die Frage, wo die Gemeinde sparen kann. Die Steuern möchte man nämlich nicht erhöhen.

Am Dienstagabend hat die Gemeindeversammlung beschlossen, dass Geschenke für die Einwohner gestrichen werden. So hat Lostorf bisher einen grossen Teil des Besuchs beim Kieferorthopäden bezahlen. In Zukunft zahlt die Gemeinde diese Dienstleistung nur noch für Personen, die wenig verdienen.

Verlustgeschäft für Gemeinde

Aussergewöhnlich war auch der hohe Zins, wenn jemand die Steuerrechnung früh bezahlte. Das Skonto betrug drei Prozent. Dies entspricht einem Jahreszins von 4,5 Prozent. Dies ist deutlich mehr als jede Bank an Zins gewährt. Für die Gemeinde sei dies ein Verlustgeschäft, erklärte der Gemeindepräsident gegenüber Radio SRF. Die Gemeindeversammlung hat nun einem kleineren Zinssatz zugestimmt.

Alles beim Alten bleibt es bei den Beerdigungen. Die Gemeindeversammlung hat Änderungen in diesem Punkt zurückgewiesen. Das heisst, Lostorf bezahlt auch in Zukunft zum Beispiel den Sarg und die Kremation.