Mario Thürig blickt auf eine durchzogene Saison zurück

Der Möriker Mario Thürig ist der erfolgreichste Nordwestschweizer Schwinger dieser Saison. In der Jahresbilanz belegt der 29-Jährige Rang acht, total sechs Kränze hat er gesammelt. Doch zum Abschluss der Saison hat erneut das Verletzungspech zugeschlagen.

In diesem Kampf passierte es: Mario Thürig verletzt sich im Kampf gegen Joël Thürig am Kilchberg-Schwinget am Knie.

Bildlegende: In diesem Kampf passierte es: Mario Thürig verletzt sich im Kampf gegen Joël Thürig am Kilchberg-Schwinget am Knie. Keystone

«  Das Aufgeben am Saisonhöhepunkt, am Kilchberg-Schwinget, das nur alle sechs Jahre stattfindet, das ist schon sehr bitter. »

Es passierte im dritten Gang am Kilchberg-Schwinget. Gegen den jungen Joël Wicki verdreht sich Mario Thürig das Knie, der Kampf muss unterbrochen werden. Schon in der Mittagspause wird Thürig klar, dass das Fest für ihn gelaufen ist, er muss wegen der Verletzung aufgeben.

«Das Aufgeben am Saisonhöhepunkt, am Kilchberg-Schwinget, das nur alle sechs Jahre stattfindet, das ist schon sehr bitter», sagt Mario Thürig im Gespräch mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Aber solche Verletzungen gehörten nun mal zum Sport dazu, meint er weiter.

An Saisonhöhepunkten aufbauen

In den Untersuchungen nach dem Schwingfest stellte sich heraus: Teilabriss des linken Kreuzbandes, bereits die zweite mittelschwere Verletzung in dieser Saison. Schon am Solothurner Kantonalfest hatte sich Thürig an Fuss und Ellbogen verletzt, was ihn damals aber nicht daran hinderte das Fest noch zu gewinnen. Trotzdem bedeutete die Verletzung einige Wochen Pause.

«  Der Festsieg auf der Schwägalp war ein Höhepunkt meiner Karriere »
Mario Thürig auf den Schultern von zwei Schwingerkollegen nach dem Sieg auf der Schwägalp

Bildlegende: Mario Thürigs Saisonhöhepunkt: Der Sieg am Schwägalp-Schwinget Keystone

Mario Thürig kehrte fulminant zurück und gewann erstmals in seiner Karriere das Schwägalp-Schwinget: «Das war sicher mein Saison-Highlight, diesen Sieg habe ich sehr genossen.»

Im Rückblick auf diese Saison müsse er sich genau an solchen Erlebnissen aufbauen. Und es helfe schon auch bei der Bewältigung der aktuellen Knie-Verletzung, zu wissen, dass man auch nach einer Verletzung stark zurückkehren könne.

Später Ferien wegen Verletzung

Aktuell sieht es so aus, als ob keine Operation nötig wäre. Thürig kann bereits wieder leicht trainieren, macht Kraftübungen und fährt Velo.

«Es ist nun wichtig, das Knie gut durchblutet zu halten, das hilft bei der Heilung», erklärt er. Das heisst aber auch, dass das Training vorerst regelmässig weitergeführt werden muss.

Eigentlich wäre nach dem Kilchberg-Schwinget Pause angesagt gewesen. «Nach dieser anstrengenden Saison hätte ich das Training etwas zurückgeschraubt und mich etwas erholt, das muss jetzt halt noch warten», sagt Thürig. Denn jetzt brauche es unbedingt ein gutes Aufbautraining, damit die Verletzung schnell überwunden ist. «Ich mache dann halt über Weihnachten und Neujahr etwas Ferien», gibt sich Thürig gelassen.

Viel Kopfsache

Der Umgang mit den Hochs und Tiefs einer Saison sei nicht immer einfach. Einerseit habe man die Freude über Erfolge, wie eben den Festsieg auf der Schwägalp, andererseits müsse man Verletzungen immer auch psychisch verdauen.

«Man weiss halt immer, dass man nach der Verletzung gleich wieder etwas mehr trainieren muss, um zürück auf das Leistungsniveau von vorher zu kommen». Er sei stolz darauf, dass ihm das bisher immer so gut gelungen sei, aber es sei schon anstrengend.

Die Arbeit neben dem Sport hilft

Trotzdem bleibt Mario Thürig optimistisch. Er werde auch diese Verletzung überwinden. «Eigentlich möchte ich noch nicht gerade aufhören», schmunzelt der 192cm-Hühne und deutet an, dass er nächste Saison wieder etwas reissen möchte.

Eine Hilfe bei der Verarbeitung von Rückschlägen ist sicher die Arbeit. Da der gelernte Zimmermann Thürig neben dem Sport zu 100 Prozent in der Holzbaubranche arbeitet, kann oder muss er sich nicht den ganzen Tag auf den Schwingsport konzentrieren. «Mit der Arbeit hat man sicher noch einen anderen wichtigen Punkt im Leben, wo man seine Sache gut machen muss.»

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)