Maya Bally: «Unsere Finanzlage müssen wir nachhaltig regeln»

Die 55-jährige Organisationsfachfrau aus Hendschiken bei Lenzburg will das schaffen, was Susanne Hochuli vor acht Jahren erreicht hat: mit einer Kleinpartei im Rücken in die Aargauer Regierung einziehen. Maya Bally hat mit einem gut gefüllten Rucksack aus Wirtschaft und Politik durchaus Chancen.

Zwei Wochen vor Anmeldeschluss für die Regierungsratswahlen hätte Maya Bally wohl nicht gedacht, dass sie im September von Wahlveranstaltung zu Wahlveranstaltung tingeln würde. Erst als die Grüne Susanne Hochuli kurz vor Anmeldeschluss ankündigte, nicht mehr zu kandidieren, wurde bei der BDP Aargau eine Kandidatur zum Thema.

«  Die Kandidatur kam von einer Sekunde auf die andere.  »

Maya Bally
Grossrätin und Regierungsratskandidatin

Maya Bally sei eine weitsichtige Führungskraft, sagte die BDP bei der Nomination. Die Hendschikerin bringt tatsächlich Führungserfahrung mit. Sie arbeitete mehrere Jahre in einem internationalen Beratungsunternehmen und leitete Informatik-Projekte. Teilweise führte sie bis zu 150 Mitarbeiter. Inzwischen ist die 55-Jährige vor allem in der Politik tätig.

Seit 2013 ist Maya Bally für die BDP im Grossen Rat, Fraktionspräsidentin und Mitglied der Bildungskommission. Sie bezeichnet sich selbst als Bildungspolitikerin. Sie ist seit zehn Jahren Schulpflegepräsidentin von Hendschiken. Angesprochen auf die Sparmassnahmen im Bildungsbereich des Kantons Aargau sagt sie sinngemäss, dass diese momentan zu weit gehen würden.

Gerüstet für das Gesundheitsdepartement

Aber das Bildungsdepartement wird Maya Ball wohl nicht erhalten, sollte sie gewählt werden. Denn Alex Hürzeler wird aller Voraussicht nach dort bleiben. Und die CVP dürfte wieder das Finanzdepartement besetzen, ihr Kandidat Markus Dieth steht dafür in den Startlöchern.

Also bleibt für eine allfällige Regierungs-Newcomerin Maya Bally wohl nur das Departement Gesundheit und Soziales. Und hier hätte Bally das heisse Dossier Asylwesen unter sich.

Ihre Vorschläge hier: Mehr Integration, damit Flüchtlinge nicht zu Sozialfällen werden. Im Departement DGS, so Maya Bally, könnte sie ihre Führungserfahrung aus der Wirtschaft einbringen.

«  Ich führe partizipativ. Autoritär führen, alles auf den Kopf stellen, das geht nicht. »

Maya Bally
Regierungskandidatin BDP

Standpunkte Maya Bally

  • Steuern wieder erhöhen? «Die Steuererleichterungen dürfen wir nicht rückgängig machen. Wir müssen genau anschauen, was der Staat machen soll. Erst wenn das alles ausgeschöpft ist, kann man über mehr Einnahmen diskutieren.»
  • A1 auf 6 Spuren ausbauen? «Ja, unbedingt.»
  • Mehr Polizei-Präsenz? «Wir müssen auf den Sollbestand gehen. Es braucht einen Polizisten pro 700 Einwohner.»
  • Lockerung Arbeitsbewilligung für Asylsuchende? «Da müsste man mehr machen. Aber man muss genau hinschauen, was möglich ist.»
  • Verkauf Kantonsspitäler Aarau und Baden? «Das kann ich so nicht eins zu eins sagen. Aber die Frage muss man diskutieren, das ist klar.»

Der zweite Wahlgang entscheidet

Während ihre Gegnerin Franziska Roth von der SVP einen Wähleranteil von rund 40 Prozent im Rücken haben dürfte, bekam die BDP bei den Nationalratswahlen 2015 nur gerade 5 Prozent der Wählerstimmen. Maya Bally glaubt trotzdem an ihre Chance: «Regierungsratswahlen sind Persönlichkeitswahlen.»

Selbst wenn sie Stimmen von eigentlichen SVP-, FDP-, oder CVP-Wählern erhält – im ersten Wahlgang dürfte sie den Einzug in die Aargauer Regierung nicht schaffen. Über den Erfolg im zweiten Wahlgang wird entscheiden, ob die SVP ihre Kandidatin Franziska Roth zurückzieht und ob die FDP noch eine neue Kandidatin ins Rennen schickt.

Interview auf der Regierungsbank

Im folgenden Video beantwortet Maya Bally auf dem Stuhl eines Regierungsrats im Grossratssaal in Aarau Fragen von SRF:

Video ««Der Aargau ist mir manchmal zu konservativ»» abspielen

«Der Aargau ist mir manchmal zu konservativ»

1:38 min, vom 22.9.2016

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)

Zur Person

Maya Bally ist 55 Jahre alt und wohnt mit ihrem Mann und ihrem 17-jährigen Sohn in Hendschiken. Bally ist Organisationsfachfrau. Vor 10 Jahren zog sie sich zugunsten der Familie aus der Wirtschaft zurück und stieg in die Politik ein. Seit 2013 ist sie im Grossen Rat. Sie ist in der Bildungskommission und BDP-Fraktionspräsidentin.