Politischer Sonderfall Mellikon tickt anders als der Rest der Region

Die Abstimmungen vor einer Woche haben es einmal mehr gezeigt: Mellikon politisiert «linker» als das Zurzibiet.

Mellikon ist ein 250-Seelen-Dorf im Bezirk Zurzach, direkt am Rhein gelegen. Auf den ersten Blick eine unauffällige Landgemeinde – bezüglich des Abstimmungsverhaltens der Bewohner aber ein Sonderfall. Dies hat der vergangene Sonntag einmal mehr gezeigt:

  • Nationale Vorlage – Energiegesetz: Fast 52 Prozent der Aargauerinnen und Aargauer sagten «nein» zum Energiegesetz. Im Bezirk Zurzach waren es sogar 66 Prozent. Doch die Gemeinde Mellikon sagte «ja».
  • Kantonale Vorlage – «Bezahlbare Krankenkassenprämien für alle»: Die SP-Initiative wurde mit fast 66 Prozent Nein-Stimmen deutlich verworfen. Mellikon war die einzige Gemeinde im ganzen Kanton, die der Initiative zustimmte (mit 43 zu 36 Stimmen).
Jemand wirft einen Abstimmungszettel in eine Urne.

Bildlegende: Mellikon hat am vergangenen Sonntag viel «linker» gestimmt als der Rest der Region. Keystone

Bereits früher habe Mellikon anders abgestimmt als der Rest der Region, sagt Thomas Urfer dazu. Urfer kennt die Gemeinde bestens: Er war lange im Gemeinderat, heute ist er Präsident von ProNatura Aargau. «Bereits bei der F/A-18-Abstimmung waren wir die einzigen, die dagegen waren», schmunzelt er.

Woran kann das liegen? Weshalb ist Mellikon «linker» als alle anderen? Thomas Urfer glaubt, dass es mit der Verjüngung der Gemeinde zu tun hat. Viele junge Familien seien nach Mellikon gezogen, so Urfer: «Diese Neuzuzüger sind vermutlich sozialer eingestellt».